Nepal: WFP weitet Hilfseinsatz nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen aus
Foto: WFP/Shrawa Shrestha. Lebensmittelverteilung in Archale, Landgemeinde Kisapang 5, Distrikt Nuwakot – einem der am stärksten von den Überflutungen betroffenen Gebiete, in dem mehrere Menschen ums Leben kamen.
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KATHMANDU, Nepal – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) verstärkt die Hilfe in Nepal. Viele der von Sturzfluten und Erdrutschen schwer getroffenen Gemeinden sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Beschädigte Straßen, zerstörte Infrastruktur und das schwierige Gelände erschweren den Zugang. Bereits wenige Stunden nach der Katastrophe brachte WFP Nahrungsmittelhilfe in die betroffenen Regionen. Zudem wurden Logistikexpertinnen und -experten entsandt, um humanitäre Partner dabei zu unterstützen, die am schwersten erreichbaren Orte zu versorgen.
Hier die neuesten Informationen zum humanitären Bedarf und zu den Hilfsmaßnahmen von WFP:
Humanitäre Lage in den betroffenen Gebieten
- Nach Schätzungen der Regierung sind mehr als 84.000 Menschen im Norden Nepals von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.
- Die Katastrophe hat zahlreiche Menschen vertrieben, Lebensgrundlagen zerstört und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen eingeschränkt.
- Die Zahl der Todesopfer ist auf mehr als 1.000 Menschen gestiegen. Tausende weitere werden noch vermisst.
- Nach Angaben der nationalen Behörde für Katastrophenvorsorge und -management benötigen rund 43.000 Menschen beziehungsweise 10.000 Familien dringend humanitäre Hilfe.
- Der Zugang zu den betroffenen Gemeinden bleibt die größte Herausforderung. Besonders in der Region Rasuwa sind einige Orte derzeit nur per Hubschrauber erreichbar.
- Mehr als 40 Brücken wurden beschädigt oder zerstört. Instabile Hänge und die anhaltende Gefahr weiterer Überschwemmungen erschweren die Hilfseinsätze zusätzlich.
- Auch das Gebirgsgelände stellt eine Herausforderung für Lufttransporte dar. Die Wiederherstellung wichtiger Infrastruktur wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern.
WFP-Nothilfe mit Nahrungsmitteln
- Bereits wenige Stunden nach der Katastrophe stellte WFP im Rahmen der von der Regierung geführten Hilfsmaßnahmen Nahrungsmittel für 5.000 Menschen bereit.
- In der ersten Woche wurden Lebensmittel verteilt, die den Bedarf von 8.000 Menschen für 15 Tage decken.
- WFP hat weitere 180 Tonnen Lebensmittel beschafft und ist bereit, die Hilfe auf 43.000 Menschen oder mehr auszuweiten, sobald das volle Ausmaß des Bedarfs feststeht.
- WFP-Mitarbeitende unterstützen vor Ort die Bedarfsermittlung und die Planung weiterer Hilfsmaßnahmen.
- Vorrang haben die am stärksten betroffenen Gebiete in Rasuwa. Die erste Lebensmittelhilfe konzentriert sich auf Regionen, in denen Märkte nicht mehr funktionieren.
- Die Katastrophe droht bestehende Ernährungsprobleme weiter zu verschärfen. Bereits vor den Überschwemmungen waren Mangelernährung, Auszehrung bei Kindern und Blutarmut in Nepal weit verbreitet.
- Landesweit ist etwa jedes vierte Kind von Wachstumsverzögerungen infolge chronischer Mangelernährung betroffen.
- Unterbrochene Märkte, verlorene Einkommen und der erschwerte Zugang zu vielfältigen und nährstoffreichen Lebensmitteln könnten die Ernährungslage weiter verschlechtern.
Logistische Unterstützung durch WFP
- Mit Unterstützung von WFP ist das Humanitarian Staging Area in Kathmandu rund um die Uhr in Betrieb und bildet das logistische Rückgrat der Hilfsmaßnahmen.
- Von dort werden gemeinsam mit humanitären Partnern und der Regierung Nepals lebensrettende Hilfsgüter in die betroffenen Regionen transportiert.
- Das Zentrum befindet sich am internationalen Flughafen Tribhuvan und dient als zentrale Drehscheibe für die Annahme, Sortierung und Weiterleitung von Hilfsgütern.
- Es wurde erstmals nach dem schweren Erdbeben von 2015 eingerichtet und spielte damals eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung der Hilfslieferungen.
- WFP hat sein internationales Nothilfeteam mobilisiert, um die Ausweitung der Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
- Spezialistenteams prüfen derzeit zusätzliche Transportmöglichkeiten, um abgelegene und schwer zugängliche Gebiete besser erreichen zu können.
- WFP hält außerdem Lufttransportkapazitäten bereit, darunter Hubschrauber und unbemannte Fluggeräte, um Lebensmittel und andere dringend benötigte Hilfsgüter in besonders isolierte Regionen zu bringen.
- Der von WFP geleitete Logistik- und Telekommunikations-Cluster wird in Nepal aktiviert, um die gesamte humanitäre Hilfe zu unterstützen.
- Der Cluster koordiniert Logistik- und Kommunikationsmaßnahmen, stellt wichtige Informationen bereit und bietet gemeinsame Dienstleistungen an, damit Hilfsorganisationen Menschen in Not schneller und effektiver erreichen können.
- Die Unterstützung von WFP erfolgt dabei vollständig im Rahmen der von der nepalesischen Regierung geleiteten Hilfsmaßnahmen und soll sicherstellen, dass Hilfe schnell und effizient bei den betroffenen Gemeinden ankommt.
Finanzierung
- Bereits vor dieser Katastrophe fehlten WFP für seine Programme in Nepal in den kommenden sechs Monaten rund 6 Millionen US-Dollar.
- Während das volle Ausmaß des humanitären Bedarfs noch ermittelt wird, ist damit zu rechnen, dass der Finanzierungsbedarf mit der Ausweitung der Hilfsmaßnahmen weiter steigt.
- Schnelle Beiträge von Geberinnen und Gebern haben es WFP ermöglicht, die Nahrungsmittelhilfe sofort aufzunehmen und die logistische Unterstützung der gesamten Hilfsoperation auszubauen.
- Um die betroffenen Gemeinden auch in den kommenden Monaten zu unterstützen und den Übergang von der Nothilfe zum Wiederaufbau zu begleiten, wird weitere Finanzierung dringend benötigt.
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