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Möglicher Angriff auf sudanesisches El Obeid würde Hungerkrise verschärfen

ROM/PORT SUDAN – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnte heute, dass sich die rasch verschlechternde Lage in und um El Obeid, die Hauptstadt von Nord-Kordofan im Sudan, zu einer neuen Welle der Gewalt und massiven Vertreibungen führen könnte. Dies droht die ohnehin bereits katastrophale Hungerkrise im Land weiter zu verschärfen.

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Kämpfe im gesamten Bundesstaat, mit zunehmenden Drohnenangriffen auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sowie Berichten über umfangreiche militärische Aktivitäten rund um El Obeid. Die Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Bodenoffensive auf die Stadt würde Hunderttausende zu Flucht zwingen, um Nahrung und Sicherheit zu suchen.

WFP bringt unter Hochdruck lebensrettende Nahrungsmittelhilfe in der Region in Stellung, um die am stärksten gefährdeten Menschen zu unterstützen. Ziel ist es, bereit zu sein, mehr als 250.000 Menschen zu versorgen, die gezwungen sein könnten, die Stadt zu verlassen, sollte sich die Lage weiter verschlechtern.

„Wir müssen im Rahmen unseres humanitären Mandats schnell handeln, um Leben zu retten“, sagte Abdallah Alwardat, WFP-Landesdirektor für den Sudan, gestern in Rom vor dem WFP-Exekutivrat mit Blick auf die Lage in El Obeid. „Dieses Vorgehen hat jedoch seinen Preis. Die Nahrungsmittelbestände, die wir gezwungenermaßen nach El Obeid umleiten, waren eigentlich als Vorräte für die bevorstehende Regenzeit vorgesehen. Bereits jetzt steht unsere Lieferkette im Sudan unter enormem Druck. Im September werden uns die Nahrungsmittel für unsere Notfalloperationen im gan    zen Land ausgehen, die derzeit ohnehin nur jeden fünften Menschen erreichen, der auf lebensnotwendige Hilfe angewiesen ist.“

El Obeid ist ein zentraler humanitärer Knotenpunkt für die gesamte Region Kordofan und eine Lebensader für die Zivilbevölkerung, die bereits unter belagerungsähnlichen Bedingungen und einem schrumpfenden Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen leidet.

Die Lage droht sich zu einer Wiederholung der tragischen Belagerung von El Fasher im vergangenen Jahr in Nord-Darfur zu entwickeln. El Fasher befand sich mehr als 500 Tage lang unter Belagerung, bevor dessen Fall eine massive Vertreibung auslöste. Berichte über weit verbreitete Tötungen, sexualisierte Gewalt und brutale Angriffe auf Zivilisten und Gesundheitseinrichtungen kamen in Nachgang ans Licht.

WFP benötigt dringend 646 Millionen US-Dollar, um in den kommenden sechs Monaten lebensrettende Nahrungsmittelhilfe im Sudan aufrechterhalten zu können.

WFP schließt sich dem Generalsekretär der Vereinten Nationen an und fordert alle Konfliktparteien auf, Zivilisten sowie humanitäre Einsätze zu schützen, sichere Fluchtwege zu ermöglichen und raschen, sicheren, ungehinderten und nachhaltigen humanitären Zugang nach El Obeid und im gesamten Sudan zu gewährleisten.
 

Themen

Sudan Konflikte Finanzierung Zero Hunger

Kontakt

Martin Rentsch
Pressesprecher
+49 160 99 26 17 30
martin.rentsch@wfp.org

Svenja von Reuss
Pressereferentin
+49 151 29121845
svenja.vonreuss@wfp.org