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WFP und UNHCR schlagen Alarm – Finanzierungsloch zwingt zu drastischen Kürzungen bei der Hilfe für Flüchtlinge in Afrika

Tausende Flüchtlinge aus der Demokratischen Republic Kongo überqueren die Grenze nach Burundi. Foto: WFP/Irenee Nduwayezu
Berlin, 5. Januar 2025 – Angesichts massiver Unterfinanzierung schlagen das Welternährungsprogramm (WFP) und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) Alarm. Die prekäre Situation von Millionen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in afrikanischen Ländern könnte sich mit Beginn des neuen Jahres weiter verschärfen. Die beiden Organisationen warnen, dass sie 2026 in vielen Ländern selbst grundlegendste Hilfe zum Überleben - Nahrung, Schutz oder Unterbringung - nicht mehr leisten können.

Mehr als ein Drittel der weltweit 117 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebenen lebt in Afrika. Konflikte, etwa im Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo zwingen weiterhin Hunderttausende Menschen in die Flucht – oft in Nachbarländer, die selbst von Hunger und Instabilität betroffen sind. Allein im bitterarmen Burundi sind im Dezember 2025 über 90.000 Flüchtlinge angekommen, die vor neuer Gewalt in der DR Kongo geflohen sind. WFP musste knappe Mittel strecken, um auch Neuankömmlinge zu versorgen. Die Nahrungsmittelrationen wurden auf 75 % reduziert, Aufnahmezentren sind überbelegt.

Die Mittel für die humanitäre Hilfe, auch aus Deutschland, sind zuletzt massiv gesunken: So standen UNHCR für seine Arbeit in Afrika im Jahr 2025 weniger als ein Viertel der benötigten Mittel zur Verfügung. WFP unterstützt über sechs Millionen Flüchtlinge in mehr als 20 afrikanischen Ländern mit Nahrungsmitteln und Programmen zur Existenzsicherung. Doch die Finanzierungslücken sind beispiellos: In einigen Ländern fehlen über 80 Prozent der Mittel, in allen Einsatzländern wurden Rationen gekürzt oder Programme der Ernährungshilfe komplett gestrichen.

„Die weltweiten Kürzungen in der humanitären Hilfe, treffen Flüchtlinge auf unserem Nachbarkontinent besonders hart. In vielen Ländern müssen wir nach Lage der Dinge die Hilfe schlicht einstellen“, sagte Dr. Martin Frick, Direktor des Berliner WFP-Büros. “Wenn wir Aufnahmestaaten nicht unterstützen, schafft das mehr Instabilität in fragilen Regionen.”

Katharina Thote, UNHCR-Vertreterin in Berlin: “Dieses Jahr wird entscheidend für unsere Arbeit. Wir benötigen dringend Mittel, um Leben retten zu können, aber auch um längerfristige Perspektiven zu bieten.“

Trotz Erfolgen im Kampf gegen die Hungersnot in Teilen des Sudans, drohen wegen fehlender Gelder schon im Januar Kürzungen bei der Nahrungsmittelhilfe, selbst für Menschen, die kurz vor dem Verhungern stehen.

Dramatisch sieht es auch in Sudans Nachbarländern aus, etwa im Tschad, wo über 200.000 neu angekommene sudanesische Flüchtlinge ohne ausreichende Hilfe im Grenzgebiet ausharren. UNHCR fehlt es an Zelten für Neuankömmlinge. Einige Familien müssen unter freiem Himmel schlafen und haben kaum sauberes Trinkwasser. In Uganda, einem wichtigen Aufnahmeland für Flüchtlinge aus mehreren afrikanischen Staaten wie dem Sudan und der Demokratischen Republik Kongo, musste WFP kürzlich die Nahrungsmittelhilfe für eine Million Flüchtlinge einstellen, in Äthiopien droht das in gleicher Größenordnung in wenigen Wochen.   

Angesichts dieser düsteren Aussichten für das neue Jahr appellieren UNHCR und WFP an die Bundesregierung und andere Geber, dringend die Mittel für die Flüchtlingsversorgung aufzustocken. Das wäre menschlich richtig und politisch klug, denn Destabilisierung und neue Fluchtbewegungen wären sonst die Konsequenz.

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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Themen

Uganda Tschad Demokratische Republik Kongo Burundi Sudan Ernährung Geflüchtete und Migration Finanzierung

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