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DR Kongo: WFP warnt vor Folgen der raschen Ebola-Ausbreitung

KINSHASA, Demokratische Republik Kongo – Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) weitet Ernährungshilfe sowie seine Logistik-, Telekommunikations- und Lufttransportdienste im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) dringend aus. Dort hat sich Ebola von einem lokalen Gesundheitsnotstand zum bislang am schnellsten wachsenden Ausbruch der Krankheit entwickelt.

Ebola ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Die Krankheit verschärft die Lage in Regionen, die bereits von Konflikten, Vertreibung und Hunger betroffen sind. Ohne schnelle und flexible Unterstützung könnten Familien gezwungen sein, zwischen der Einhaltung von Schutzmaßnahmen und der Versorgung mit Lebensmitteln zu wählen. Das würde die Eindämmung des Ausbruchs erschweren und die ohnehin schwere humanitäre Krise weiter verschärfen.

„Ebola profitiert von Verzögerungen, Angst und Hunger“, sagte Carl Skau, amtierender Exekutivdirektor von WFP. „Um diesen Ausbruch zu stoppen, braucht es den Einsatz aller Beteiligten und die aktive Einbindung der betroffenen Gemeinden. Nahrungsmittelhilfe ist ein zentraler Bestandteil der Ebola-Bekämpfung. Sie ermöglicht es Familien, zu Hause zu bleiben, unterstützt eine sichere Isolation, stärkt das Vertrauen der Bevölkerung und hilft Gesundheitsteams, ihre Arbeit fortzusetzen. Wir wissen, was wirkt. Jetzt brauchen wir die Geschwindigkeit und die finanziellen Mittel, um die Hilfe rechtzeitig auszuweiten, bevor sich der Ausbruch schneller ausbreitet als die Hilfsmaßnahmen.“

Gesundheits- und Ernährungslage im Osten der DR Kongo
  • Der Ausbruch findet in einem komplexen humanitären Umfeld statt, das von Konflikten, Vertreibung, eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sowie einem anhaltenden Streik von Gesundheitskräften geprägt ist.
  • Ebola betrifft inzwischen 48 Gesundheitszonen in fünf Provinzen im Osten der DRK: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Tshopo und Haut-Uele.
  • Rund 90 Prozent der bestätigten Fälle wurden in der Provinz Ituri registriert.
  • Die Ausbreitung nach Tshopo, einschließlich der Stadt Kisangani, sowie nach Haut-Uele erhöht das Risiko einer weiteren Verbreitung entlang wichtiger Verkehrswege.
  • Im Osten der DRK leiden bereits fast 10 Millionen Menschen unter akutem Hunger auf Krisen- oder Notstandsniveau.
  • Die Provinz Ituri zählt weiterhin zu den am stärksten von Hunger betroffenen Regionen des Landes. Dort leben 1,9 Millionen Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind.
  • In den 48 von Ebola betroffenen Gesundheitszonen leiden mehr als 2,65 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit (IPC-Stufe 3 oder höher), darunter über 628.000 Menschen in einer Notlage (IPC-Stufe 4).
WFP-Hilfe im Ernährungsbereich
  • WFP unterstützt Ebola-Erkrankte, enge Kontaktpersonen, Mitarbeitende an vorderster Front sowie betroffene Haushalte mit Nahrungsmitteln. Die Hilfe erleichtert die Einhaltung von Schutzmaßnahmen und entlastet Familien, die ohnehin Schwierigkeiten haben, ihren Lebensmittelbedarf zu decken.
  • Seit Beginn des Ausbruchs hat WFP in der DRK mehr als 160.000 warme Mahlzeiten an Patientinnen und Patienten, Kontaktpersonen sowie Gesundheitskräfte in 17 Behandlungs- und Isolationszentren geliefert.
  • Darüber hinaus erhielten 23.000 Menschen in Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri Lebensmittelrationen. Darunter waren 14.000 Menschen in Quarantäne, die monatliche Unterstützung erhielten.
  • Weitere 36.000 Menschen in Ebola-betroffenen Gebieten wurden mit allgemeiner Nahrungsmittelhilfe erreicht.
  • Nahrungsmittelhilfe spielt eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des Ausbruchs: Sie reduziert Bewegungen auf der Suche nach Nahrung, unterstützt sichere Isolation, verringert negative Bewältigungsstrategien und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Gesundheitsorganisationen sicher und wirksam arbeiten können.
Logistik- und Lieferkettenunterstützung durch WFP
  • WFP unterstützt die Ebola-Bekämpfung als logistisches Rückgrat der Hilfsmaßnahmen. Dazu gehört der Transport von Einsatzkräften, medizinischen Gütern, Telekommunikationsausrüstung und anderen lebenswichtigen Hilfsgütern in schwer erreichbare Regionen.
  • Seit Beginn des Ausbruchs hat der humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen (UNHAS) 495 Flüge durchgeführt, 3.395 Helferinnen und Helfer transportiert und 56 Tonnen lebenswichtiger Fracht in betroffene Gebiete gebracht, darunter auch in die neu betroffenen Provinzen Haut-Uele und Tshopo.
  • Der von WFP koordinierte Logistik- und Telekommunikationscluster stellt Lagerkapazitäten und die sogenannte „letzte Meile“ der Lieferung für mehr als 200 Standorte in und um Bunia sowie 36 weitere betroffene Gesundheitszonen bereit.
  • Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Gesundheitsministerium unterstützt WFP den Aufbau von sechs Logistikzentren in den Ebola-Hotspots, um die Lagerkapazitäten zu erhöhen.
  • Nach der Ausbreitung des Virus nach Tshopo und Haut-Uele hat der Cluster rasch Straßen- und Lufttransporte für Partnerorganisationen organisiert.
  • In Bunia wurden drei EpiShuttle-Isolationseinheiten stationiert, um sichere medizinische Evakuierungen aus den betroffenen Gebieten zu ermöglichen. Gleichzeitig hat UNHAS zusätzliche Schutzmaßnahmen für Passagiere und Personal eingeführt.
  • WFP hat den Kommunikationskanal für die Sicherheit der Vereinten Nationen in Bunia wiederhergestellt und richtet einen eigenen Kanal für NGO-Partner ein, um Bewegungen im Einsatzgebiet besser zu koordinieren.
Herausforderungen und Finanzierungsbedarf
  • Die größten Herausforderungen sind Tempo und ausreichende finanzielle Mittel. Jede Verzögerung erhöht das Risiko einer weiteren Ausbreitung von Ebola.
  • Unsicherheit, eingeschränkter Zugang zu betroffenen Gebieten, Spannungen innerhalb der Gemeinden und begrenzte operative Kapazitäten in neu betroffenen Regionen erschweren weiterhin die Überwachung, den Transport von Hilfsgütern und die Ausweitung der Maßnahmen.
  • Für die Ebola-Reaktion in der Region benötigt WFP in den kommenden sechs Monaten 101 Millionen US-Dollar, davon 76 Millionen US-Dollar allein für die Demokratische Republik Kongo.
  • Die größte Finanzierungslücke besteht derzeit bei der Nahrungsmittel- und Ernährungshilfe. Dafür werden 50 Millionen US-Dollar benötigt, um warme Mahlzeiten bereitzustellen, Menschen in Quarantäne zu unterstützen und die Hilfe auf neu betroffene Gebiete auszuweiten.
  • Insgesamt benötigt WFP in den nächsten sechs Monaten 293,6 Millionen US-Dollar, um alle Einsätze in der DRK aufrechtzuerhalten, einschließlich der Notfalllogistik und der Nahrungsmittelhilfe in Ituri und anderen betroffenen Regionen.

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Kontakt

Svenja von Reuss
Pressereferentin
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svenja.vonreuss@wfp.org