WFP weitet Ebola-Nothilfe im Osten der DR Kongo aus
Das Risiko einer weiteren Ausbreitung wird durch anhaltende Unsicherheit, Vertreibung und grenzüberschreitende Bewegungen verschärft. Der Ausbruch trifft Gemeinschaften, die ohnehin bereits enorm belastet sind: 26,5 Millionen Menschen in der DR Kongo sind von akutem Hunger betroffen, darunter fast 10 Millionen im Osten, die sich in einer Krisen- oder Notsituation befinden.
„Dieser Ausbruch ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, sagte David Stevenson, Landesdirektor von WFP in der DR Kongo. „Ohne rasches, koordiniertes Handeln in ausreichendem Umfang kann aus einer Gesundheitskrise schnell eine unkontrollierbare humanitäre Notlage werden – in der DR Kongo und darüber hinaus.“
Als zentrale Stütze sorgt der von WFP betriebene humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen UNHAS dafür, dass lebensrettende Hilfe auch die von Ebola betroffenen Menschen in den entlegensten Regionen erreicht. WFP hat bereits Hunderte Ersthelfer*innen und humanitäre Kräfte sowie mehrere Dutzend Tonnen dringend benötigter medizinischer Güter in die betroffenen Einsatzgebiete transportiert. Bunia bleibt das zentrale Logistikdrehkreuz: Dort sind bislang mehr als 46 Tonnen Fracht eingetroffen, und wichtige Hilfsgüter wurden von dort aus an mindestens 14 Standorte weitergeleitet, um die Ebola-Bekämpfung zu unterstützen.
Gleichzeitig werden weitere Maßnahmen und dringend benötigte Hilfe für die besonders gefährdeten Menschen im Ausbruchsgebiet rasch ausgeweitet, darunter:
- zusätzliche Flugzeuge, um abgelegene und schwer zugängliche Gebiete zu erreichen,
- neue Flugverbindungen zwischen Kinshasa und Bunia – derzeit dreimal pro Woche,
- zusätzliche Lkw und Lagerkapazitäten, etwa mobile Lagereinheiten, um steigende Mengen an wichtiger Ausrüstung und Hilfsgütern zu bewältigen,
- die Wiederherstellung des Zugangs zu prioritären Gebieten wie Mongbwalu, wo Reparaturen an der Landefläche bald wieder wichtige Lufttransporte ermöglichen,
- zusätzliches Luftfahrtpersonal, um Flugbewegungen und Transporte zwischen den Einsatzteams zu koordinieren,
- eine ausgeweitete medizinische Überwachung für humanitäre Helferinnen und Helfer in der WFP-Gesundheitsklinik in Bunia zur frühzeitigen Erkennung und Prävention von Ebola-Fällen in enger Abstimmung mit den nationalen Gesundheitsbehörden.
Zugleich baut WFP die Ernährungshilfe für mehr als 146.000 Menschen in der Provinz Ituri sowie in anderen vom Ebola-Ausbruch betroffenen Gemeinden aus. Dazu zählen Patienten, Kontaktpersonen in Isolation, betroffene Haushalte und andere besonders gefährdete Gruppen. So können Familien gesundheitliche Maßnahmen einhalten, ohne den Zugang zu Nahrungsmitteln zu verlieren. Wenn Nahrungsmittel fehlen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen Behandlungen hinauszögern, Einkommensmöglichkeiten anderswo suchen oder Isolationsmaßnahmen aufgeben, um zu überleben.
„Die Eindämmung von Ebola erfordert mehr als medizinische Behandlung“, so Stevenson. „Es braucht auch Nahrung, Zugang, Transport und funktionierende Logistik, damit Einsatzteams schnell handeln können und betroffene Familien die Gesundheitsmaßnahmen sicher einhalten können.“
In der Provinz Ituri leistet WFP bereits in großem Umfang lebensrettende Hilfe. Im ersten Quartal 2026 erreichten die Maßnahmen mehr als 241.000 Menschen, darunter über 44.000 Kinder unter zwei Jahren sowie schwangere und stillende Frauen und Mädchen, die gezielt Ernährungsunterstützung erhalten.
„Das Zeitfenster, um diesen Ausbruch einzudämmen, ist sehr klein“, sagte Stevenson. „Die Maßnahmen müssen jetzt und im großen Maßstab erfolgen – im Gesundheitsbereich, in der Logistik und bei der Nahrungsmittelhilfe –, um weitreichendere Folgen für die DR Kongo und die gesamte Region zu verhindern.“
WFP benötigt dringend nahezu 175 Millionen US-Dollar für die kommenden sechs Monate, um seine lebensrettenden Maßnahmen im Osten der DR Kongo fortzusetzen, sowie weitere 23 Millionen US-Dollar, um Logistik und Nahrungsmittelhilfe für mehr als 146.000 Menschen in der Provinz Ituri und in den vom Ebola-Ausbruch betroffenen Gemeinden in den nächsten drei Monaten auszuweiten.
# # #
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.
Folgen Sie uns auf X (vormals Twitter) @WFP_DE
Kontakt
Martin Rentsch
Pressesprecher
+49 160 99 26 17 30
martin.rentsch@wfp.org
Svenja von Reuss
Pressereferentin
+49 151 29121845
svenja.vonreuss@wfp.org