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Beispiellose Krisen erfordern stabiles internationales Engagement Deutschlands

BERLIN – Deutschland darf 2024 trotz knapper Kassen beim internationalen Engagement nicht nachlassen, forderte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) heute. Die 2023 aufgeflammten Konflikte, die Klimakrise und weiter hohen Preise für Nahrungsmittel lassen für 2024 keine Entspannung im Kampf gegen den Hunger erwarten. Trotz aller nationalen Herausforderungen darf Deutschlands wichtige internationale Rolle bei der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit nicht den Sparzwängen zum Opfer fallen.

„Falls es noch einen Beleg für die eskalierende menschliche Not weltweit brauchte, dann wurde der 2023 geliefert. Das unfassbare Leid in Gaza, wo nun mehr Menschen in hungernotähnlichen Zuständen leben als irgendwo sonst auf der Welt zusammen, ist trauriger Meilenstein in einem weiteren Krisenjahr“, sagte Dr. Martin Frick, Direktor des WFP in Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Nach aktuellen Zahlen hungern weltweit 333 Millionen Menschen akut. Damit bleibt der Hunger weltweit auf sehr hohem Niveau. Die Zahl reflektiert noch nicht die sich verschärfenden Hungerkrisen im Sudan oder in Palästina.

Deutschland als politische Kraft und als Geber unverzichtbar

Mit Zuwendungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für die Arbeit von WFP in über 60 Ländern, ist Deutschland wieder zweitgrößter Geber für WFP und finanziell an der Hälfte der Einsätze weltweit beteiligt – 2022 waren es 1,7 Milliarden. „Mit seinem finanziellen und politischen Engagement ist Deutschland einer der wichtigsten Pfeiler des Systems der internationalen Hilfe. Dieses System ist wegen der vielen Krisen gefordert wie nie. Schon jetzt muss WFP wegen Geldnot in vielen armen Ländern Nahrungsmittelhilfe kürzen. Wenn Deutschland an dieser Stelle spart und sich zurückzieht, werden andere dasselbe tun. Dann gerät das Fundament der internationalen Hilfe ins Wanken. Deutschland hat sich in den 50 Jahren seit seiner Aufnahme in die Vereinten Nationen eine Schlüsselrolle erarbeitet. Nie war es wichtiger, diese Rolle weiter auszufüllen“, so Frick weiter. Deutschland zählt seit über zehn Jahren zu den wichtigsten Geberländern von WFP – seit 2019 an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten. 

Deutsche Mittel flossen auch 2023 in beide Arbeitsbereiche von WFP – humanitäre Hilfe und die Schaffung der Grundbedingungen für Ernährungssicherheit vor Ort. Regionale- oder Länderschwerpunkte deutscher Unterstützung für die Arbeit von WFP waren Syrien und die Nachbarländer (267 Millionen Euro), Länder der Sahelzone (154 Millionen Euro), Ostafrika (142 Millionen Euro), die Ukraine (107 Millionen Euro), Jemen (89 Millionen Euro) und Afghanistan (78 Millionen Euro). Angesichts der humanitären Katastrophe in Gaza wurde die Hilfe für Palästina aufgestockt. Mit insgesamt 49 Millionen Euro unterstützte Deutschland 2023 über das Auswärtige Amt die WFP-Ernährungshilfe für notleidende Menschen dort. Insgesamt förderte das Auswärtige Amt die lebensrettende Nahrungsmittelhilfe und humanitäre Logistik von WFP mit 764 Millionen Euro (2022: 1,007 Milliarden). Davon sind besonders die hohen flexibel einsetzbaren Zuwendungen in Höhe von 400 Millionen Euro für WFP entscheidend wichtig, denn sie ermöglichen, auf humanitäre Not, oft über Landesgrenzen hinweg und abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit, schnell und effizient zu reagieren. Weitere Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt lagen auf der kosteneffizienten vorrausschauenden Hilfe und der Förderung des von WFP betriebenen Flugdienstes der Vereinten Nationen (UNHAS).

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) förderte WFP-Maßnahmen, die langfristig Hungerursachen bekämpfen und Menschen gegen die Klimakrise wappnen. Die geographischen Schwerpunkte lagen hier in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten. Die insgesamt 450 Millionen Euro (2022: 707 Millionen Euro) aus dem BMZ flossen unter anderem in umfassende WFP-Programme, die Kleinbäuerinnen und -bauern in der Sahelzone oder in Somalia und am Horn von Afrika helfen, durch nachhaltige Landwirtschaft wieder auf eigenen Beinen zu stehen und damit langfristig Hunger sowie Klimawandel bekämpfen. Das BMZ unterstützte auch soziale Sicherungsprogramme, beispielsweise im Sahel, in der Ukraine, und im Libanon. Diese Gelder helfen, fragile Regionen in Zeiten multipler Krisen zu stabilisieren. Eine neue BMZ-Förderung ermöglicht zudem innovative und lokale WFP-Schulmahlzeitenprogramme in Sierra Leone und Laos. Das sichert Kindern eine gute Ernährung und schafft Anreize für den Schulbesuch. 

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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