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Kämpfe gefährden Hilfe für Zehntausende Flüchtlinge im Osten Kongos – Nahrungsmittel gehen zu Ende

Kinshasa, 7. September 2007 - Die zunehmende Gewalt in der kongolesischen Provinz Nordkivu behindert die Verteilung von dringend benötigter Nahrungsmittelhilfe an Zehntausende bedürftige Flüchtlinge, hat das UN World Food Programme (WFP) heute gewarnt. Zudem verschlimmern mangelnde finanzielle Mittel die Situation, da die vorhandenen WFP-Nahrungsvorräte sich dem Ende zuneigen.

Die Kämpfe zwingen täglich mehr Menschen zur Flucht und erschweren es WFP, sie mit dringend benötigter Hilfe zu erreichen.Stellvertretender WFP-Landesdirektor Claude Jibidar
Zahlreiche Neuankömmlinge strömen in die Flüchtlingslager im Osten der Demokratischen Republik Kongo nahe Goma. Berichten zufolge sind 40.000 Menschen in den letzten Tagen vor der Gewalt geflohen, zusätzlich zu den 200.000 Menschen, die seit Dezember in der Region ohne Heimat sind. Tausende haben sich aus der Stadt Sake in Richtung Goma aufgemacht. Viele der geflohenen Familien hatten keine Zeit, persönlichen Besitz oder Nahrung mitzunehmen.

„Dies ist eine ernsthafte, sich weiter verschlimmernde Krise“, sagte der stellvertretende WFP-Landesdirektor Claude Jibidar. „Die Kämpfe zwingen täglich mehr Menschen zur Flucht und erschweren es WFP, sie mit dringend benötigter Hilfe zu erreichen. Wir brauchen mindestens 12 Millionen US-Dollar, um mehr Nahrungsmittel in der Region einzukaufen und diese schnell zu verteilen.“

Die Kämpfe behindern den Zugang zu Gebieten hinter der Stadt Goma für humanitäre Hilfsleistungen und Nahrungsmitteltransporte. Die Straßen sind nicht sicher, zudem musste jüngst ein UN-Helikopter mit WFP-Nahrungsmitteln an Bord auf dem Weg in den Bezirk Masisi wegen der Kämpfe beidrehen.

Masisi war Schauplatz heftiger Kämpfe, welche mehrere tausend Menschen zur Flucht zwangen. Der Helikopter der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo, MONUC, war mit Maismehl, Erbsen, Speiseöl und Mais-Soja-Mischung für unterernährte Kinder, ihre Mütter und verwundete Opfer der Kämpfe unterwegs.

Kürzliche Erhebungen von Partnern des WFP in einigen der am schlimmsten betroffenen Gebiete, inklusive Masisi, haben einen besorgniserregenden Anstieg der Unterernährung enthüllt. In einigen Gebieten erreichte die Quote akuter Unterernährung 17 Prozent der Bevölkerung. Viele der Betroffenen, die schon länger auf der Flucht sind, haben mindestens eine Erntezeit verpasst und sind mittlerweile nahezu vollständig von WFP-Hilfsleistungen abhängig.

„WFP hat schnell reagiert um lebensrettende Unterstützung für Zivilisten zu leisten, die von den letzten Kämpfen betroffen waren“, sagte Jibidar. „Unsere Vorräte im Osten des Landes sind auf einem alarmierend niedrigen Stand, aber die hiesige Operation hat absolute Priorität. Die Menschen in Nordkivu haben bereits viel zuviel erleiden müssen.“

Die schlechte Sicherheitslage beschränkt die Bewegungsfreiheit der WFP-Mitarbeiter, die dazu gezwungen sind, sich auf erreichbare Gegenden zu beschränken, wie bestimmte Flüchtlingscamps in der Nähe der Stadt Goma. Im Lager Mugungu in der Nähe Gomas nimmt WFP in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen CARITAS und Solidarites Neuankömmlinge auf. WFP wird in den kommenden Tagen Wochen-Rationen mit Notfallnahrung an Neuankömmlinge verteilen.

Die Verdreifachung des Bedarfs im Osten der Demokratischen Republik Kongo im letzten Jahr hatte bereits dazu geführt, dass WFP nur noch halbe Rationen an die 334.000 Menschen verteilen konnte, die sich zum größten Teil im Osten des Landes auf der Flucht befinden. Dieser Teil des Landes wurde von Regierungstruppen, Milizen und Rebellengruppen ständig umkämpft.

WFP benötigt dringend zusätzliche 12 Millionen US-Dollar Zuwendungen, um den Bedürftigen besonders im Osten des Landes bis Ende des Jahres vollständige Rationen geben zu können.

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Unsere Nahrungsmittelhilfe erreicht jährlich rund 90 Millionen hungernde Menschen, darunter 58 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt.