Skip to main content

Weltflüchtlingstag im Zeichen neuer humanitärer Krisen

Weltflüchtlingstag im Zeichen neuer humanitärer Krisen
ROM – Angesichts des erneuten Gewaltausbruches im Irak, der mehr als eine halbe Million Menschen zwang, aus ihrer Heimat zu fliehen, steht dem UN World Food Programme erneut ein düsterer Weltflüchtlingstag bevor.

Die irakischen Familien auf der Flucht schließen sich schätzungsweise 50 Millionen Menschen an, die laut der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR auf der ganzen Welt gewaltsam vertrieben wurden.

WFP-Exkeutivdirektorin Ertharin Cousin erklärte einen Tag, nachdem sie ins Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien gereist war: „Die Welt ist bereits mit drei Krisen von verheerendem Ausmaß konfrontiert, die Millionen Schulkinder, Bauern und Ladenbesitzer in Flüchtlinge verwandelt haben.“

Nun, da der Irak von einer neuen Welle der Gewalt heimgesucht wird, müsse die Welt vor Augen haben, dass Konflikte dort ebenso wie in Syrien, dem Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik nicht nur das Leben derer zerstören, die fliehen müssen. Sie erschöpften auch die oft wenigen Mittel der Gemeinden, die diese Flüchtlinge aufnehmen. „Heute muss die Welt auf diese Herausforderungen hingewiesen werden,“ erklärte Cousin. Allein im Flüchtlingslager Zaatari leben mehr als 85.000 Menschen und warten auf ein Ende der Gewalt in ihrer Heimat Syrien.

Gemeinsam mit dem UNHCR, Partnerorganisationen und Geberländern wie Deutschland half WFP im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Flüchtlingen und 8,9 Millionen Binnenvertriebenen weltweit –¬ die Mehrheit von ihnen ist von den Krisen in Syrien, dem Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik betroffen.

Syrische Flüchtlinge

Mehr als 2,7 Millionen Syrer sind über die Grenze nach Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und in die Türkei geflohen. Um ihre Familien ernähren zu können, muss jeder einzelne Flüchtling immer größer werdende Herausforderungen überwinden. WFP hilft ihnen und den aufnehmenden Gemeinden durch Nahrungsmittelgutscheine, die sie in lokalen Geschäften einlösen können. „Dank der Gutscheine müssen wir uns keine Sorgen darüber machen, ob wir genug Geld für die nächste Mahlzeit haben. Wir können unser Erspartes für andere wichtige Dinge wie Medikamente ausgeben“, schildert Rana El-Boqaa, eine syrische Mutter von vier Kindern in Ägypten.

Mangelnde Hilfsgelder für Südsudan

Für die Nothilfe im Südsudan fehlen in den nächsten sechs Monaten 475 Millionen US-Dollar. Dennoch unterstützt WFP über 1 Million Binnenflüchtlinge und schwer erreichbare Menschen mit lebensrettender Ernährungshilfe. Unter ihnen Acuol Yaae, die mit ihren vier Kindern fliehen musste, als in ihrem Dorf die ersten Kämpfe ausbrachen. Nach einem fünf-tägigen Fußmarsch kamen sie in der Stadt Mingkaman an, wo WFP und dessen Partnerorganisationen sie mit Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern versorgen konnten. „WFP gibt uns Nahrung. Das ist gut, aber wie lange werden sie uns noch helfen können?“, fragt Yaae. „Wir wollen Frieden, damit wir nach Hause zurückkehren, unsere eigene Nahrung anbauen und unseren Kindern Milch geben können.“

Krise in der Zentralafrikanischen Republik

Die Gewaltausbrüche in der Zentralafrikanischen Republik begannen im letzten Dezember und entwurzeln seither täglich immer mehr Menschen. Bisher haben 226.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern Kamerun, Tschad, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo Zuflucht gesucht. Sie kommen erschöpft, ausgehungert und oftmals krank an. Viele Flüchtlinge kämpfen bei ihrer Ankunft mit den lebensbedrohlichen Folgen von Mangelernährung. 30% der Kinder sind akut unterernährt, weshalb WFP Kindern unter fünf Jahren mit angereicherter Spezialnahrung hilft.