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WFP begrüßt Engagement der G7, um Hungersnöte zu verhindern: schnelles Handeln nötig, um große Katastrophe abzuwenden

ROM – Am vergangenen Wochenende haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten der beispiellosen humanitären Krise Rechnung getragen, mit der unsere Welt heute konfrontiert ist. Mit mehr als 34 Millionen Menschen, die am Rande einer Hungersnot stehen, ist die Annahme des "Famine Prevention Compact" zur dringenden Bekämpfung dieses Problems ein willkommener Schritt.

Wir können jeden dieser 34 Millionen Menschen vom Rande des Abgrunds zurückholen, eine Hungersnot verhindern, und Millionen von Leben und Lebensgrundlagen retten. Alles, was wir brauchen, ist die Finanzierung und den Zugang.

Im Rahmen des Abkommens haben die Staats- und Regierungschefs der G7 ihre Verpflichtung bekräftigt, sieben Milliarden US-Dollar an wichtiger humanitärer Hilfe bereitzustellen und diplomatische Maßnahmen zu ergreifen, um den humanitären Zugang zu verbessern. Diese Elemente des „Compacts“ sind die Mindestanforderungen, die sofort umgesetzt werden müssen, um Leben zu retten.

Im März forderten WFP und die FAO 5,5 Milliarden US-Dollar, um die Nothilfeeinsätze auszuweiten und eine weit verbreitete Hungersnot abzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt entsprach dies etwa 40 Prozent unseres jährlichen operativen Budgets. Leider halten uns Finanzierungsengpässe weiterhin davon ab, zu verhindern, dass der Hunger in Ländern wie Jemen, Südsudan, Burkina Faso, Madagaskar und zuletzt in der Region Tigray in Äthiopien weiter um sich greift.

Allein für die nächsten sechs Monate benötigt WFP 4,5 Milliarden US-Dollar. Die Folgen von Untätigkeit und Finanzierungslücken werden in verlorenen Menschenleben und Rückschlägen bei der Verwirklichung langfristiger Entwicklungsziele bemessen werden.

Aufgrund von Finanzierungslücken ist WFP gezwungen, in einigen Fällen zwischen Hungernden und Verhungernden zu priorisieren. Die Menschen im Südsudan und im Jemen – zwei Länder, in denen einige Menschen bereits unter Hungersnot-ähnlichen Bedingungen leben – waren in der ersten Hälfte dieses Jahres mit Rationskürzungen konfrontiert. In Burkina Faso zwangen Finanzierungslücken das WFP dazu, die Ernährungshilfe für 1,4 Millionen Menschen in der “mageren Jahreszeit” – der Zeit zwischen den Ernten, in der Vorräte knapp werden – um bis zu 50 Prozent zu kürzen. In Madagaskar erhalten nur diejenigen, die von katastrophalem Hunger betroffen sind (IPC5) die vollen Rationen und für Menschen, deren Ernährungslage auf einem Notfallniveau liegt (IPC4), wurde die Ernährungshilfe um die Hälfte gekürzt.

Auch Unsicherheit erschwert die Arbeit von WFP. Obwohl wir es trotz großer Herausforderungen geschafft haben, Hilfen im Norden von Mosambik auszuweiten und die Unterstützung in Afghanistan aufrechtzuerhalten, haben wir Schwierigkeiten, Menschen in Ländern wie der zentralen Sahelzone, Niger, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo und Südsudan zu erreichen.

In Tigray zum Beispiel, wo 350.000 Menschen von katastrophalem Hunger betroffen sind, ist humanitärer Zugang die größte Herausforderung für WFP. Die humanitäre Hilfe wird dort immer noch von bewaffneten Gruppen blockiert. Es müssen schnell konzentrierte Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass dieses Zeitfenster nicht verpasst wird und wir die derzeitige lebensbedrohliche Verschlechterung der Ernährungssicherheit umkehren können.

Unsere Fähigkeit, Leben zu retten, hängt von ungehindertem Zugang für humanitäre Hilfe ab sowie von Finanzierungszusagen, die uns erlauben, unsere Hilfe auszuweiten und diejenigen zu erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

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Das UN World Food Programme (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

 

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Themen

Gesicherte Ernährung Finanzierung

Kontakt

Martin Rentsch

Pressesprecher

Tel. +49 30 20 614929