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WFP vor COP28: Die Klimakrise muss keine Hungerkrise sein

Photo: WFP/Patrick Mwangi. Auswirkungen der Hungerkrise in Somalia
Rom - Um die Krisenspirale des Hungers zu durchbrechen, muss die Welt gefährdete Menschen an vorderster Front der Klimakrise besser schützen, warnte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) heute, eine Woche bevor die Staats- und Regierungschefs in Dubai zum nächsten UN-Klimagipfel (COP28) zusammenkommen. Allein im vergangenen Jahr haben Klimaextreme 56,8 Millionen Menschen in akuten Hunger getrieben.

“Viele der fragilsten Länder der Welt, die unter Konflikten, Instabilität und Armut leiden, sind am stärksten vom Klimawandel betroffen. Die Klimakrise muss keine Hungerkrise sein, aber genau das ist der Fall”, sagte WFP-Exekutivdirektorin Cindy McCain. “Wir haben die kollektive Pflicht, die Menschen zu schützen und zu unterstützen, die am Rande dieser wachsenden Katastrophe leben - und wir müssen dieser Pflicht jetzt nachkommen.”

Die Klimakrise bedroht das Überleben und die Lebensgrundlagen von Hungerleidendenden, insbesondere in fragilen und konfliktbetroffenen Gebieten. Auf dem Weltklimagipfel COP28 fordert WFP, den Klimaschutz für diese Menschen unverzüglich zu verbessern. Die Gemeinschaften brauchen Zugang zu Frühwarninformationen, finanziellen Schutz durch Bargeldzahlungen noch vor Katastrophen, zu Klimaversicherungen für Ackerbau und Viehzucht sowie zu Sozialschutzsystemen, die auf Klimaschocks reagieren können. Ohne entschlossene und wegweisende Maßnahmen zur Warnung und zum Schutz von Gemeinschaften vor Katastrophen und extremen Wetterereignissen werden Hunger, Unsicherheit und Vertreibung weltweit zunehmen. 

Wenn wir lokale Systeme stärken und am stärksten gefährdete Gebiete finanziell stärker unterstützen, ist es möglich, die lokalen Ernährungssysteme vor den schlimmsten Auswirkungen von Klimaextremen zu schützen und langanhaltenden Hunger zu vermeiden. Das ist wesentlich kosteneffizienter, als ständig auf neue Hungerkrisen zu reagieren. Mit der derzeitigen Finanzierung kann das humanitäre System jedoch nur schwer mit dem Tempo der eskalierenden Krisen Schritt halten. Dadurch werden immer mehr Menschen in den Hunger getrieben und die bereits überlasteten Ernährungssysteme geschwächt. 

“WFP hat bereits 15 Millionen Menschen in 42 Ländern mit Schutzmaßnahmen gegen Klimaschocks unterstützt, aber das reicht nicht aus. Die Gemeinden an der Front der Klimakrise brauchen einen stärkeren, längerfristigen Schutz, bevor diese Ereignisse eintreten, damit sie sicher sind und sich ernähren können”, fügte McCain hinzu. “Untätigkeit wird zu höheren Kosten, größerer Unsicherheit und mehr Hunger führen”. 

Im September gab WFP 12,8 Millionen US-Dollar frei, um über 550.000 Menschen in Lesotho, Madagaskar, Mosambik und Simbabwe vor den drohenden Auswirkungen der Dürre zu schützen. Die Mittel ermöglichen die Verbreitung von Frühwarnmeldungen, dürretolerantem Saatgut, frühzeitigen Bargeldzahlungen und sicherem Wasser für Dorfgemeinschaften und Viehbestand.    

In der Sahelzone arbeitete WFP 2022 mit drei Millionen Menschen zusammen, um verdorrtes Land wieder urbar zu machen, Infrastrukturen aufzubauen und die Ernährungssicherheit in den Dorfgemeinden zu verbessern. 80 Prozent der Dörfer In Niger in Gebieten, die schwer von der globalen Ernährungskrise betroffen sind, benötigten durch die Teilnahme an solchen WFP-Programmen keine humanitäre Hilfe mehr. 

Fast 500 000 Menschen haben in diesem Jahr humanitäre Hilfe in Form von Auszahlungen durch Klimarisikoversicherungen erhalten, die das WFP nach Dürrekatastrophen oder tropischen Wirbelstürmen in Burkina Faso, Gambia, Madagaskar und Mali erhalten hat. Dies wurde durch Versicherungspolicen ermöglicht, die das WFP über das African Risk Capacity Replica-Programm der Afrikanischen Union erworben hat.  

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass 2023 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein wird und die Welt gefährlich nahe daran ist, die kritische Grenze von 1,5 Grad Celsius für die globale Erwärmung dauerhaft zu überschreiten. In der ersten Hälfte dieses Jahres kam es im südlichen Afrika zu dem am längsten andauernden tropischen Wirbelsturm aller Zeiten und in Europa, Nordamerika und Asien zu rekordverdächtigen Hitzewellen und Waldbränden. Die Regenfälle, die nach der dreijährigen Dürre am Horn von Afrika einsetzten, brachten Sturzfluten und Massenflucht, statt Erleichterung für die Bäuerinnen und Bauern.

Aktuell hungern 333 Millionen Menschen akut. Gleichzeitig hat WFP eine Finanzierungslücke von 60 Prozent. Es entscheidend, dass die Welt dem Schutz der Menschen vor vorhersehbaren Klimaschocks Priorität einräumt, bevor sie weiter in Hunger abrutschen.  

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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