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11 Fakten über Nahrungsmittelverschwendung- und -verlust

Und was das mit nachhaltigen Ernährungssystemen zu tun hat. Unseren Müll zu reduzieren kann Treibhausgase verringern und dabei helfen, Hunger zu bekämpfen.
, Carlos Munoz & Paul Anthem

Nachhaltige Ernährungssysteme spielen eine wichtige Rolle bei Ernährungssicherheit und Ernährung. Ernährungssysteme beschreiben den Weg, den die Nahrung vom Feld bis auf den Teller zurücklegt, und damit die Netzwerke, die es braucht, um Essen zu produzieren, zu verarbeiten und sicherzustellen, dass Nahrung Konsument*innen in bester Qualität und ausreichender Menge erreicht. Nachhaltige Ernährungssysteme sind auch wichtig, wenn es darum geht, uns an die Folgen des Klimawandels anzupassen und unseren Fußabdruck auf der Erde zu verkleinern. Wenn Nahrungsmittel verschwendet werden oder verloren gehen, kann das die Nachhaltigkeit von Ernährungssystemen beinträchtigen, wodurch Hunger ansteigen kann. Die Verschwendung von Nahrungsmitteln in den Industrieländern trägt also auch zu den Klimakatastrophen bei, die Millionen von Menschen in den Hunger treiben. Eines der Ziele für nachhaltige Entwicklung ist deshalb, Nahrungsmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Hier sind 11 Fakten: 

Hand holding some food from a plate
Nachhaltige Ernährungssysteme können die Nahrungsqualität vom Bauernhof bis auf den Teller sicherstellen. Foto WFP/Sayed Asif Mahmud

1.   Nahrungsmittelverschwendung bezieht sich im Allgemeinen auf Produkte, die von Verbraucher*innen weggeworfen werden, während Nahrungsmittelverluste in der Regel an dem Punkt der Nahrungsmittelkette auftreten, an der Essen produziert, gelagert und verarbeitet wird.  

2.    Ungefähr ein Drittel der für den menschlichen Verzehr produzierten Nahrungsmittel wird entweder verschwendet oder geht verloren. Der finanzielle Verlust beläuft sich jährlich auf etwa 1 Billion US-Dollar

Child standing and holding a plate of food
Drei Milliarden Menschen können sich keine gesunde Ernährung leisten. Trotzdem gibt es Nahrungsmittelverlust und -verschwendung. Foto: Niema Abdelmageed  

3.    Verschwendung und Verlust von Essen ist weit verbreitet und das in einer Welt, in der eigentlich genug Nahrung produziert wird, um sieben Milliarden Menschen zu ernähren. Trotzdem gehen noch immer 811 Millionen Menschen jeden Abend hungrig schlafen.

4.    Auf 28 Prozent der weltweiten Anbaufläche wird Nahrung angebaut, die verschwendet wird, anstatt sie für die Ernährung der Menschen zu verwenden, die Essen am dringendsten benötigen. 

People picking crops from land
Kleinbäuer*innen ernten Gemüse in Guinea. Es ist wichtig, dass Anbauflächen so effektiv wie möglich genutzt werden, indem weniger Essen verschwendet wird und verloren geht. Foto: WFP/FredrikLerneryd

5.    Das wertvolle Wasser, das genutzt wird, um Essen zu produzieren, was dann verschwendet wird, könnte den Genfer See dreimal füllen. Stell dir vor, diese Menge Wasser würde in effiziente Landwirtschaft fließen!

6.    Nahrungsmittel, die in den Industrieländern verschwendet werden, landen auf Mülldeponien, die Treibhausgase produzieren. Tatsächlich sind Nahrungsmittelverluste und -verschwendung für über drei Milliarden Tonnen dieser Gase pro Jahr verantwortlich. Wäre dies ein Land, so wäre es nach den USA und China der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen. 

People walking on very dry land
Die Klimakrise verschlimmert Dürren in Ländern wie Madagaskar. Foto: WFP/Tsiory Andriantsoarana

7.    Treibhausgase tragen wesentlich zur Klimakrise bei, da sie die Wasserversorgung beeinträchtigen, Wüstenbildung und Dürren beschleunigen sowie extremes Wetter schlimmer und unvorhersehbarer machen. All dies schadet der Landwirtschaft – und vergrößert somit den Hunger – in weiten Teilen der Welt. 

8.    Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von WWF-UK zeigt, dass entgegen der Annahme, Nahrungsmittelverluste auf Produktionsebene seien in Regionen mit niedrigem Einkommen besonders akut, 58 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelabfälle auf Produktionsebene auf Regionen mit mittlerem und hohem Einkommen entfallen.   

9.    Es gibt unzählige Möglichkeiten, gegen Nahrungsmittelverluste und -verschwendung vorzugehen. Innovationen können die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, Verteilung und Verwendung von Nahrungsmitteln verändern. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara hat WFP beispielsweise die Regierungen bei ihren Bemühungen unterstützt, Verluste durch Aufklärung und die Förderung von Technologien, die nach der Ernte zum Einsatz kommen, zu verringern. Dazu gehören kostengünstige Trocknungsanlagen, Feuchtigkeitsmessgeräte und hermetische Säcke, die es den Bäuer*innen ermöglichen, den Verlust von Getreide zu verringern. In Indien haben WFP-Mitarbeiter*innen den GrainATM entwickelt. Dieser funktioniert wie ein Bankautomat für Getreide und gibt jedem*r Bäuer*in die benötigte Getreidemenge aus, und reduziert so Verschwendung. 

Woman adding beans to bag
Verbesserte Lagerung von Essen kann Verluste reduzieren. Foto: WFP/Badre Bahaji

10.    Die bei WFP für die Lieferkette zuständigen Mitarbeiter*innen (Supply Chain Unit) sorgen für eine wirksame Verpackung, um Nahrungsmittel vor Beschädigungen zu schützen, wenn sie verladen, ausgeladen, über holprige Straßen transportiert oder aus einem Flugzeug abgeworfen werden. Auch unter schwierigen Bedingungen, wie extremen Temperaturen, übermäßigem Staub und allgemeiner Verschmutzung, kann so die Nahrungsmittelqualität erhalten werden.

11.    Was könnt ihr als Konsument*innen tun, um Abfall zu reduzieren? 

  • Nur das kaufen, was ihr benötigt und verbrauchen könnt;
  • Auf das Verfallsdatum achten und nicht auf das Mindesthaltbarkeitsdatum;
  • Für die kommende Woche planen und euch überlegen, was ihr mit den Resten machen wollen;
  • Eure Freizeit nutzen, um Mahlzeiten auf Vorrat zu kochen und einzufrieren. 
VIDEO: Du kannst dabei helfen, Hunger zu bekämpfen, indem du weniger Essen verschwendest

Mach mit: Wenn du weniger Essen verschwendest, kannst du dazu beitragen, Ernährungssysteme zu stärken und Emissionen zu reduzieren, während du gleichzeitig dabei hilfst, Hunger zu bekämpfen, indem du das Geld, dass du an neuem Essen sparst, über WFP mit jenen Menschen teilst, die es am dringendsten benötigen. Mehr Infos auf wfp.org/foodwaste. 

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