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Essen für den Frieden: Was WFP & FAO in DRK gegen Konflikt und Hunger tun

Das UN World Food Programme und die UN Food and Agricultural Organization stärken Gemeinschaften in der Demokratischen Republik Kongo — das Land mit der größten Anzahl an Menschen, die Hunger leiden.
, By Katarzyna Jaskiewicz and Ben Anguandia 
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Rebecca hält Erdnüsse, die sie in Kabalo, in der Demokratischen Republik Kongo, geerntet hat. Foto: WFP/Arete/Fredrik Lerneryd

Dieser Artikel markiert den Jahrestag der Resolution 2417, die am 24. Mai 2018 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet wurde. Die Resolution verbietet den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe und bestätigt  den Zusammenhang zwischen Hunger und Konflikten

 

„Wir fingen an, zusammen zu leben, an denselben Orten Geschäfte zu machen und gemeinsam Landwirtschaft zu betreiben“, sagt Rebecca. „Heute leben wir in Frieden miteinander.”

Sie ist Mutter von vier Kindern und lebt in Kabalo in der Provinz Tanganyika in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wo es seit Jahren zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gemeinschaften kommt. Ihre Familie floh mehrmals aus der Heimat, bevor es ihr schließlich gelang, in ihr Dorf zurückzukehren.

Möglich gemacht hat dies ein gemeinsames Projekt des UN World Food Programme (WFP) und der UN Food and Agriculture Organization (FAO), das die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften stärkt. Durch Friedenskomitees in den Dörfern haben die beiden Organisationen dazu beigetragen, den sozialen Zusammenhalt — ein entscheidendes Element für den Frieden — durch eine Kultur der Konfliktlösung wiederherzustellen, wobei die Ursachen und Spannungen angegangen werden und Toleranz gefördert wird.

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Rebecca erhielt Saatgut, Werkzeuge und Schulungen, um ihre Pflanzen anzubauen. Foto: WFP/Arete/Fredrik Lerneryd

Gemeinsam unterstützen WFP und FAO 103.500 Familien — rund 517.500 Menschen — in den Provinzen Tanganyika, Nord- und Süd-Kivu sowie Nord- und Süd-Ubangi in der DRK.

Die Zahl der Menschen, die landesweit von akutem Hunger betroffen sind, wird auf 27,3 Millionen geschätzt. Das ist nach aktuellem Stand jede*r Dritte — darunter fast 7 Millionen Menschen, die mit katastrophalen Ausmaßen von akutem Hunger zu kämpfen haben.

Damit ist die DRK das Land mit der höchsten Zahl an Menschen weltweit, die dringend Ernährungshilfe benötigen.

Der eskalierende Konflikt ist nach wie vor die Hauptursache für Hunger. Um Essen zu kaufen, mussten Familien Wertsachen verkaufen und viele haben keine andere Wahl, als Mahlzeiten auszulassen — manchmal einen ganzen Tag lang. Die 5 Millionen Vertriebenen in der Demokratischen Republik Kongo — die größte Zahl in Afrika — leben in überfüllten Siedlungen oder sind bei aufnehmenden Familien in städtischen Gebieten mit schlechten sanitären Einrichtungen und schlechter medizinischer Versorgung zusammengepfercht und kämpfen darum, Essen auf den Tisch zu bringen.

Kein Wunder, dass Rebecca besonders der Fokus auf die Bewusstseinsschaffung für friedensfördernden sozialen Zusammenhalt von FAO und WFP gefällt . Dieses Bewusstsein ermöglicht ein gemeinsames Verständnis, das die Gemeinschaften zusammengebracht hat. Sie sagt: „Das gegenseitige Verständnis hat Frieden gebracht. Wenn Frieden herrscht, können wir auf profitable Weise Landwirtschaft betreiben und Geschäfte machen.“ 

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Die landwirtschaftlichen Kenntnisse werden durch Alphabetisierungskurse ergänzt, die Frauen befähigen, ihr eigenes Geschäft zu führen. Foto: WFP/Arete/Fredrik Lerneryd

Rebecca erhielt Saatgut zusammen mit der landwirtschaftlichen Ausbildung und den Werkzeugen, die sie für den Anbau von Erdnüssen und anderen Pflanzen benötigt. Erdnüsse sind eine hervorragende Proteinquelle und enthalten viele Vitamine und Mineralien. Außerdem nahm sie an einem Alphabetisierungskurs teil.  

Zwischen 2009 und 2015 haben WFP und FAO die Initiative „Purchase for Progress“  in Kabalo zum allerersten Mal durchgeführt. 

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WFP-Mitarbeiter Damas Amisi in einem Erdnussfeld. Foto: WFP/Arete/Fredrik Lerneryd

Dieses ländliche Projekt baute auf den Stärken von WFP, FAO und anderen Partnerorganisationen auf, um die landwirtschaftliche Produktion und die Rohstoffmärkte durch die Unterstützung kleinbäuerlicher Wertschöpfungsketten wiederherzustellen. 

In der Folge wurde ein Ansatz entwickelt, der die Lebensgrundlagen von Kleinbäuer*innen wiederherstellt und dies mit der Stärkung von Frauen, Friedensförderung und Konfliktminderung verbindet.  

Das Projekt, das auch in Kabalo und Nyunzu in Tanganjika durchgeführt wird, richtet sich an 18.000 Familien und kurbelt mit einer Kombination aus technischen, wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen die lokalen Wirtschaften an und stärkt Lebensgrundlagen. Etwa 90.000 Menschen werden auf diese Weise unterstützt — 47 Prozent davon sind Frauen.

Damas Amisi, Finanzassistent des WFP-Resilienzteams in Kabalo, sagt: „Es bedeutet Hoffnung für die Menschen“ — vor allem „die Fähigkeit der Frauen, Konflikte zu analysieren und zu lösen, ist gestiegen.“

Einer der Wege für Frieden ist es, die Lebensgrundlagen in rivalisierenden Gemeinschaften wiederherzustellen. Das bedeutet, dass Familien mehr Geld ausgeben können, was wiederum die lokale Wirtschaft ankurbelt und gleichzeitig Spannungen abbaut, Gleichstellung fördert und die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Konflikten verringert.

Damas sagt: „WFP unterstützt 20 Friedenskomitees in Dörfern und 24 Frühwarnkomitees, die das Engagement der Gemeinschaften bei der Konfliktlösung begleiten.“

Er fügt hinzu: „Es gibt 144 Mitglieder in den Gemeinschaften, die Informationen über potenzielle Konfliktsituationen sammeln und sie an die lokalen Behörden und die Dorffriedenskomitees weitergeben.“

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‚Das gegenseitige Verständnis hat Frieden gebracht', sagt Rebecca. Foto: WFP/Arete/Fredrik Lerneryd

Das Programm in der Demokratischen Republik Kongo basiert auf den Grundsätzen der humanitären Hilfe, der Entwicklungshilfe und des Friedens — es zielt darauf ab, unmittelbare Bedarfe zu decken und gleichzeitig längerfristige Bedarfe zu reduzieren.

Um auf die sich ständig verändernde Konfliktdynamik in der DR Kongo zu reagieren, stützt sich WFP auf eine solide Konfliktanalyse und ein Verständnis für seine potenziellen und tatsächlichen Auswirkungen auf die nationale und lokale Konfliktdynamik. Dazu gehört auch die klare Unterstützung lokaler Akteur*innen bei dem Umgang mit Konflikten durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie Search for Common Ground, einer internationalen NGO, die innovative Instrumente zur Verhinderung und Beendigung von Konflikten auf der ganzen Welt einsetzt. 

Die gemeinsamen Programme von FAO und WFP werden durch die großzügige Unterstützung von Deutschland, Schweden, Kanada, Norwegen und Italien ermöglicht.

Mehr Infos über die Arbeit von WFP in der DRK

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