Nach sieben Jahren: Syrien leidet immer noch

Veröffentlicht am 14 März 2018

Blick auf Ruinen in der Stadt Duma, in Ost-Ghuta. In der belagerten Region nahe Damaskus ist die humanitäre Lage daramtisch. Foto: WFP/ Hussam Al Saleh.

DAMASKUS – Sieben Jahre Krieg in Syrien haben unfassbares Leid über Millionen von Menschen gebracht. In vielen Teilen des Landes hat die Gewalt ein untragbares Maß erreicht. Weiterhin ist keine politische Lösung in Sicht. Jeden Tag erleben Familien Bombenhagel und Granatbeschuss, ohne Hoffnung darauf, in naher Zukunft aus diesem Albtraum erlöst zu werden.

Über die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist im Land selbst auf der Flucht und auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit. Rund 6,5 Millionen Menschen in Syrien können sich nicht ausreichend ernähren. Weiteren vier Millionen Menschen – doppelt so vielen wie vor einem Jahr – droht das gleiche Schicksal.

Jeder Tag ohne eine Lösung dieser Krise ist ein weiterer Tag, an dem wir gegenüber den Menschen in Syrien versagen“, sagt Jakob Kern, WFP- Landesdirektor in Syrien. „Ein Ende dieses Konfliktes hat höchste Priorität. Wir werden uns vor der Geschichte verantworten müssen“.  

Zwar gibt es Hoffnungsschimmer und viele Geschichten zeugen vom Überlebenswillen der Syrer, doch die Kämpfe toben an zahlreichen Fronten unvermindert weiter: In Ost-Ghuta bei Damakus, im Bezirk Dara’a im Süden des Landes und im Norden, in Idlib und Afrin. Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis.

“Wir sind Menschen. Wir sind Zivilisten. Wir haben das nicht verdient. Meine Kinder sind hungrig und haben nichts zu essen“, sagte eine Mutter in Ost-Ghuta zu WFP während einer der raren Hilfslieferungen im Februar – rar, weil die Kämpfe kaum jemals lang genug aufhören, sodass humanitäre Konvois in das belagerte Gebiet gelangen können.

Mittlerweile übersteigen die Nahrungsmittelpreise die Möglichkeiten vieler Menschen bei Weitem. Brot ist jetzt acht Mal so teuer wie vor Beginn der Krise. Heute leben schockierende sieben von zehn Syrern in extremer Armut.

WFP schließt sich den Friedensappellen an und drängt alle Konfliktparteien, den sicheren, ungehinderten und bedingungslosen humanitären Zugang für die Lieferung von Nahrungsmitteln und weiterer lebensrettender Hilfe zu erlauben.