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Das UN World Food Programme (WFP), oder auf Deutsch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, ist die führende humanitäre Organisation im Kampf gegen den weltweiten Hunger und erreichte 2019 97 Millionen Menschen - die größte Zahl seit 2012 - in 88 Ländern. WFP leistet Hilfe in Notfällen, stärkt die Resilienz von und mit Gemeinden und verbessert langfristig ihre Ernährung.

Einer von neun Menschen weltweit hat nicht genug zu essen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 für alle Menschen den Zugang zu Nahrungsmitteln zu sichern, die Ernährung zu verbessern und Hunger zu beenden.

Für die Bemühungen im Kampf gegen den Hunger, für den Beitrag zur Verbesserung von Friedensbedingungen in Konfliktregionen und als treibende Kraft bei den Anstrengungen, den Einsatz von Hunger als Kriegs- und Konfliktwaffe zu verhindern, erhielt WFP 2020 den Friedensnobelpreis.

In 2020 unterstützte WFP 115,5 Millionen Menschen in 84 Ländern - die höchste Zahl seit 2012. 

Jeden Tag sind etwa 5.600 Lastwagen, 30 Frachtschiffe und etwa 100 Flugzeuge für WFP im Einsatz, um die Bedürftigsten mit Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern zu unterstützen. Jedes Jahr umfasst die WFP-Ernährungshilfe circa 15 Milliarden Mahlzeiten. Eine Portion kostet durchschnittlich 0,61 US-Dollar.

WFP-Programme konzentrieren sich auf Nothilfe, Wiederaufbau, Entwicklungszusammenarbeit und Spezialeinsätze, wie zum Beispiel in der Logistik. Zwei Drittel der Programme werden in von Konflikten betroffenen Ländern umgesetzt – dort ist die Wahrscheinlichkeit von Unterernährung drei Mal höher als in sicheren Ländern.

Im Notfall ist WFP oft als erstes vor Ort und leistet Hilfe für die Opfer von Krieg, Ernteausfall, Dürre, Überflutung, Erdbeben, Sturm und anderen Naturkatastrophen. Ist die Krise überstanden, hilft WFP dabei, zerstörte Lebensgrundlagen wiederaufzubauen. Zudem ist WFP auch während Krisen darauf bedacht, die Resilienz von Menschen und Gemeinden zu stärken, die von lang anhaltenden Konflikten betroffen sind.

Langfristige Entwicklungsprogramme von WFP zielen auf verbesserte Ernährung ab – besonders von Müttern und Kindern. Die ersten 1.000 Tage im Leben eines Kindes, von Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag, sind für seine weitere Entwicklung entscheidend. WFP fördert die gesunde Ernährung von Kindern in dieser Zeit und unterstützt sie später mit Schulmahlzeiten.

Seit über 50 Jahren ist WFP die größte humanitäre Organisation, die Schulmahlzeitenprogramme umsetzt: In 2020 unterstützte WFP 15 Millionen Kinder mit Schulmahlzeiten, oft in den am schwersten zu erreichenden Gebieten.

2020 stellte WFP 4,2 Millionen Tonnen Nahrungsmittel und 2,1 Milliarden US-Dollar in Form von Bargeld und Gutscheinen zur Verfügung. Nahrungsmittel werden stets so nah wie möglich am Einsatzort beschafft – das spart sowohl Zeit als auch Transportkosten und stärkt die lokale Wirtschaft. Wenn möglich, unterstützt WFP Menschen in Not zunehmend mit Bargeldtransfers. Bedürftige können damit selbstbestimmt Nahrungsmittel vor Ort kaufen.

Für die gesamte humanitäre Gemeinschaft bietet WFP Dienstleistungen an. Darunter den Flugdienst UN Humanitarian Air Service (UNHAS), der mehr als 280 Orte weltweit anfliegt.

WFP finanziert sich ausschließlich auf Basis freiwilliger Zuwendungen und konnte 2020 die bisher höchste Gesamtsumme von 8,4 Milliarden US-Dollar akquirieren. Auf der ganzen Welt sind jeden Tag 20.000 Mitarbeiter*innen für WFP im Einsatz. Mehr als 90 Prozent von ihnen arbeiten in den Ländern, in denen WFP Hilfe leistet.

WFP wird von einem Exekutivrat geführt und kontrolliert, der aus 36 Mitgliedstaaten besteht. Der Exekutivrat arbeitet eng mit UN-Schwesterorganisationen, der Food and Agricultural Organization (FAO) und dem International Fund for Agricultural Development (IFAD) zusammen. WFP kooperiert mit mehr als 900 nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, um Nothilfe zu leisten und die Ursachen von Hunger zu bewältigen.