DR Kongo: WFP warnt vor steigendem Hunger
KINSHASA – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat die Ernährungshilfe in Teilen von Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), teilweise wieder aufgenommen. Während die Kämpfe in der Region bereits in die dritte Woche gehen, verschärft sich die Ernährungskrise für die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen weiter. WFP liefert lebenswichtige Nährstoffpräparate zur Behandlung von mäßiger akuter Mangelernährung bei Kindern im Alter von sechs bis 59 Monaten.
Eine aktuelle WFP-Marktanalyse zeigt, dass die Preise für Grundnahrungsmittel in der Region drastisch gestiegen sind – für viele Familien ist es zunehmend unmöglich, sich ausreichend zu ernähren. Der Preis für Maismehl ist um fast 67% gestiegen, Salz verteuerte sich um rund 43%, und die Kosten für Speiseöl sind um bis zu 45% gestiegen.
Mit blockierten Versorgungswegen und der Schließung des internationalen Flughafens von Goma – einem zentralen humanitären Knotenpunkt – hat für WFP oberste Priorität, die Hilfsmaßnahmen so schnell wie möglich wieder vollständig aufzunehmen, sobald die Sicherheitslage dies erlaubt.
„Je länger wir für betroffene Familien keine Ernährungshilfe leisten können, desto größer und dramatischer wird ihr Bedarf“, sagte Peter Musoko, WFP-Landesdirektor in der DR Kongo. „Ich möchte nicht erleben, dass Kinder und Mütter noch tiefer in Hunger und schwere Mangelernährung abrutschen. Die Gewalt muss aufhören, damit wir unsere humanitären Einsätze fortsetzen können. Die verletzlichsten Menschen in der DR Kongo dürfen in dieser Krise nicht vergessen werden.“
Der von WFP betriebene UN Humanitarian Air Service (UNHAS), der humanitären Helfer*innen den Zugang zu entlegenen Gebieten ermöglicht, benötigt dringend 33,1 Millionen US-Dollar, um den Betrieb in diesem Jahr aufrechtzuerhalten. Ohne zusätzliche Mittel könnten die Flugoperationen Ende März 2025 eingestellt werden.
Aktuelle WFP-Operationen in der DR Kongo:
- Ernährungshilfe: WFP hat 57 Tonnen Nährstoffpräparate an Gesundheitszentren in Goma geliefert, um 11.000 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Mütter zu versorgen.
- Nothilfe in Nord-Kivu: WFP konnte bisher 9.000 von geplanten 83.000 Menschen mit Ernährungshilfe erreichen. Eine Verbesserung der Sicherheitslage ist entscheidend, um Zehntausende weitere gefährdete Menschen zu unterstützen.
- Unterstützung der Mpox-Impfkampagne: WFP stellt in den Gesundheitszonen von Goma, Karisimbi und Nyiragongo warme Mahlzeiten für mehr als 100 Mpox-Patienten bereit.
- Plünderungen von WFP-Lagerhallen: In Goma und Bukavu wurden Lagerhäuser geplündert – in Goma wurden 70% der Lebensmittelvorräte gestohlen, in Bukavu konnten keine humanitären Güter gerettet werden. In Goma wurde ein neues Lager eingerichtet, um lebensrettende Einsätze fortzusetzen.
- UNHAS-Operationen: Trotz der unsicheren Lage sorgt UNHAS weiterhin für humanitären Zugang zu den östlichen Provinzen. Kürzlich wurde die Flugzeugflotte nach Kalemie in Tanganyika verlegt, um dort einen neuen Einsatzstützpunkt für den Osten des Landes aufzubauen.
- Humanitärer Lufttransport: Seit Jahresbeginn hat UNHAS 2.464 Passagiere, darunter umgesiedelte humanitäre Helfer aus Goma und Bukavu, befördert und 23 Tonnen lebenswichtiger Fracht im ganzen Land verteilt. Diese Operationen sind essenziell, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen.
- Um die landesweiten Hilfsmaßnahmen bis Juli 2025 aufrechtzuerhalten, benötigt WFP dringend 397 Millionen US-Dollar.
Für 2025 plant WFP, sieben Millionen der gefährdetsten Frauen, Männer und Kinder in der DR Kongo mit lebensrettender Ernährungshilfe zu erreichen. In Zusammenarbeit mit UN-Organisationen, NGOs und staatlichen Partnern arbeitet WFP daran, akute Bedürfnisse zu decken und sich auf eine mögliche großflächige Reaktion vorzubereiten, sobald es die Bedingungen erlauben.
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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.
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