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Vertreibungskrise verschärft Hunger im Norden von Mosambik, da Familien vor Gewalt fliehen

Foto: WFP/Julian Frank. Neu angekommene Binnenvertriebene, die im Schatten warten, Mosambik, Cabo Delgado.
Foto: WFP/Julian Frank. Neu angekommene Binnenvertriebene, die im Schatten warten, Mosambik, Cabo Delgado.
PEMBA, CABO DELGADO – Ohne dringende Finanzierung droht eine der weltweit am schnellsten wachsenden Vertreibungskrisen im Norden von Mosambik zu einer Hungerkatastrophe zu werden, warnt das UN World Food Programme (WFP). Familien müssen weiterhin vor aufständischer Gewalt fliehen.

"Der Konflikt hat die Arbeitsplätze, das Leben und die Hoffnungen der Menschen für die Zukunft zerstört. Aufständische haben Familien auseinandergerissen, ihre Häuser niedergebrannt, Kinder traumatisiert und Menschen getötet", sagte WFP-Exekutivdirektor David Beasley, der kürzlich Cabo Delgado besuchte und betroffene Familien traf.

"Diese unschuldigen Gemeinschaften sind nun völlig auf WFP und unsere Partner angewiesen, sie mit lebensrettenden Nahrungsmitteln zu unterstützen und ihnen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen", sagte er.

Die Vertreibung hat dazu geführt, dass mindestens 730.000 Menschen in Cabo Delgado keinen Zugang zu ihrem Land und keine Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach den neuesten Daten zur Ernährungssicherheit [1] , die vor den Angriffen in der Stadt Palma Ende März 2021 erfasst wurden, leiden etwa 228.000 Menschen starken Hunger. Diese Zahl wird sich während der im Oktober beginnenden mageren Jahreszeit –  der Zeit zwischen den Ernten, in der Vorräte knapp werden –  voraussichtlich auf 363.000 Menschen erhöhen.

Viele der Menschen, die vor dem Aufstand in Palma in die Nachbarbezirke geflohen sind, werden von Einheimischen aufgenommen, die selbst von der Hand in den Mund leben. Der zusätzliche Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen wirkt sich auf die aufnehmenden Gemeinschaften aus, die mit steigenden Nahrungsmittelpreisen und Einkommensverlusten aufgrund von COVID-19 zu kämpfen haben. Nach den neuesten IPC-Daten leiden aufnehmende Gemeinschaften in einigen Distrikten genauso stark Hunger, wie die Vertriebenen.

Kinder sind am stärksten betroffen. Aktuelle IPC-Daten zeigen, dass 75.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung leiden. Es wird erwartet, dass sich die Situation weiter verschlechtert und weitere Bezirke in den "kritischen" Bereich der Mangelernährung abrutschen könnten.

Die öl- und gasreiche Provinz Cabo Delgado erlebt seit 2017 eine steigende Zahl von Angriffen durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen. Der Konflikt hat sich im vergangenen Jahr verschärft. In 2021 wurden siebenmal mehr Menschen vertrieben als im Vorjahr.

WFP benötigt dringend 121 Millionen US-Dollar bis Ende 2021, um 750.000 Menschen in den nördlichen Bezirken von Cabo Delgado zu unterstützen. WFP warnt vor dem Risiko, Rationen zu reduzieren oder sogar die Ernährungshilfe für die Vertriebenen im nächsten Monat einstellen zu müssen, wenn keine zusätzlichen Mittel eingehen. Da die Familien vollständig von humanitärer Unterstützung abhängig sind, könnte eine Unterbrechung der Ernährungshilfe die Krise außer Kontrolle geraten lassen.

 

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Das UN World Food Programme (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

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[1] Die neuesten Daten der Integrated Food Security Classification (IPC) umfassen 5 Distrikte und die Stadt Pemba, von insgesamt 15 Distrikten.

 

Themen

Mosambik Geflüchtete und Migration Konflikte Exekutivdirektor

Kontakt

Martin Rentsch

Pressesprecher

Tel. +49 30 20 614929