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WFP weitet Hilfe im Libanon aus: Vertreibungskrise geht in den dritten Monat – steigende Kosten machen Lebensmittel unerschwinglich

BEIRUT, Libanon – Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) warnt, dass sich die humanitäre Krise im Libanon fast drei Monate nach Konfliktbeginn zunehmend verschärft. Eine kritische Kombination aus anhaltender Vertreibung und zunehmender Ernährungsunsicherheit belastet das Land. Mehr als eine Million Menschen sind weiterhin vertrieben, während drastisch steigende Preise, Einkommensverluste und überlastete Märkte dazu führen, dass sich besonders gefährdete Familien Lebensmittel immer weniger leisten können.

WFP hat die Hilfe landesweit ausgeweitet, doch die Lage bleibt sehr fragil. Ungehinderter humanitärer Zugang, stabile Lieferketten und verlässliche Finanzierung sind entscheidend, um die Unterstützung für die Bedürftigsten aufrechterhalten zu können.

Aktuelle Entwicklungen zur Arbeit von WFP und zur Ernährungssicherheit im Libanon:

  • Seit dem 2. März hat WFP landesweit mehr als 700.000 vom Konflikt betroffene Menschen mit Nahrungsmitteln und Bargeldhilfen erreicht.
  • Seit der Eskalation unterstützt WFP im Durchschnitt täglich rund 150.000 Menschen – mit warmen Mahlzeiten, verzehrfertigen Rationen und Lebensmittelpaketen für Familien in Notunterkünften.
  • Der anhaltende Konflikt mit täglichen Bombardierungen und Evakuierungsanordnungen erschwert den Zugang für humanitäre Hilfe und führt zu fortgesetzter Vertreibung. Insbesondere schwer erreichbare Gebiete sind nur eingeschränkt versorgbar.
  • Insgesamt wurden 24 humanitäre Konvois in den Südlibanon geschickt, unter anderem in Grenzdörfer sowie nach Tyre und Hermel, um betroffene Gemeinden zu erreichen. Mehr als 50 Prozent der geplanten Konvois mussten jedoch aufgrund von Sicherheitsrisiken verzögert oder abgesagt werden.
  • Aktuell umfasst die Unterstützung von WFP Nothilfen in Form von Bargeld für fast eine halbe Million Libanes*innen über nationale Systeme sowie für mehr als 100.000 syrische Geflüchtete.
  • Seit Beginn der Krise hat WFP nahezu fünf Millionen warme Mahlzeiten verteilt, vorrangig an neu vertriebene Familien, die oft nur das Nötigste bei sich haben.
  • WFP hat mehr als 215.000 Vertriebene in über 500 Notunterkünften landesweit unterstützt sowie rund 85.500 Menschen in Aufnahmegemeinden und schwer zugänglichen Regionen.
  • Um die Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu stabilisieren, wurde kürzlich eine Lieferung von 250 Tonnen Weizenmehl über den Korridor mit Jordanien in den Libanon gebracht. Dies wurde durch enge Zusammenarbeit zwischen den Behörden beider Länder ermöglicht und unterstützt etwa 10.000 besonders bedürftige Haushalte.
  • Der von WFP koordinierte Logistik-Cluster hat insgesamt 64 Partner unterstützt, darunter UNFPA, UNRWA, IOM, UNICEF, UNHCR sowie internationale und nationale Nichtregierungsorganisationen. 18 dieser Partner nutzten die Logistikleistungen, um fast 2.500 Kubikmeter Hilfsgüter zu transportieren.
  • Die jüngste Analyse zur Ernährungssicherheit zeigt eine deutliche Verschlechterung im ganzen Land: Zwischen April und August 2026 sind 1,24 Millionen Menschen, fast jede vierte Person, von akuter Ernährungsunsicherheit (IPC-Phase 3 oder höher) betroffen. Ursachen sind Vertreibung, steigende Lebensmittel- und Treibstoffpreise, gestörte Märkte und die allgemeine wirtschaftliche Krise.
  • Lebensmittel sind vielerorts weiterhin verfügbar, aber zunehmend unbezahlbar. Seit Beginn der Eskalation sind die Preise für Gemüse um mehr als 20 Prozent gestiegen, Brot ist etwa 15 Prozent teurer geworden. Die Lage auf den Märkten unterscheidet sich stark: Im Südlibanon und in Nabatieh funktionieren über 80 Prozent der Märkte nicht mehr, während Märkte in Beirut und anderen Regionen zwar weiterhin geöffnet sind, jedoch zunehmend unter Druck geraten.
  • Um lebensrettende Hilfe aufrechtzuerhalten und auf den steigenden Bedarf zu reagieren, benötigt WFP zwischen Mai und August 2026 insgesamt 112 Millionen US-Dollar (44,1 Millionen US-Dollar pro Monat). Ohne ausreichende und verlässliche Finanzierung ist die Fortsetzung der Nahrungsmittel- und Bargeldhilfe für besonders gefährdete Familien im Libanon gefährdet.

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

Folgen Sie uns auf X (vormals Twitter) @WFP_DE

Themen

Libanon Bargeldtransfers Konflikte Gesicherte Ernährung

Kontakt

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Pressesprecher
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martin.rentsch@wfp.org

Svenja von Reuss
Pressereferentin
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svenja.vonreuss@wfp.org