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Zugang für humanitäre Hilfe entscheidend, wenn Leben im Sahelkonflikt gerettet werden sollen

Foto: WFP/ Archiv
Foto: WFP/ Archiv
DAKAR/ROM – Das UN World Food Programme (WFP) warnt heute davor, dass der Hunger in Teilen von Burkina Faso, Mali und Niger katastrophale Ausmaße annehmen könnte, wenn Organisationen wie WFP nicht umgehend humanitären Zugang erhalten. Die eindringliche Warnung erfolgt im Vorfeld der hochrangigen Ministerkonferenz über den zentralen Sahel, die am 20. Oktober 2020 in Kopenhagen stattfindet.

Gewalt und Unsicherheit haben 7,4 Millionen Menschen in der zentralen Sahelzone in Westafrika in den akuten Hunger gestürzt. Die Zahl der Vertriebenen ist von 70.000 vor zwei Jahren auf heute fast 1,6 Millionen angestiegen – darunter mehr als 288.000 Menschen in Mali, mehr als 265.000 in Niger und über eine Million in Burkina Faso. Burkina Faso hat damit den weltweit schnellsten Anstieg der Binnen-Vertreibung.

„Wenn wir nicht zu den gefährdeten Gemeinschaften gelangen können, sehen wir einen tragischen Anstieg des Hungers und dass Tausende von Menschen im Sahel tiefer ins Elend getrieben werden“, sagte Chris Nikoi, WFP-Regionaldirektor für Westafrika. „Über zehntausend Menschen im Norden Burkina Fasos sind durch furchtbare Gewalt und Konflikte abgeschnitten geworden. Sie stehen kurz vor einer akuten Hungersnot. Die Welt darf nicht erst handeln, wenn Kinder, Frauen und Männer gestorben sind“. Die Fähigkeit der humanitären Organisationen, die Bedürftigsten mit Hilfe zu erreichen, ist durch die Verschärfung von Konflikten und Unsicherheiten stark gefährdet. Inzwischen werden die Mitarbeiter*innen von Hilfsorganisationen auch zunehmend zur Zielscheibe nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen in Burkina Faso, Mali und Niger. Das bedeutet, dass bedürftige Gemeinschaften keine lebensrettender humanitärer Hilfe erhalten, auf die sie in Krisenzeiten so dringend angewiesen sind.

WFP – Träger des Friedennobelpreises 2020 — fordert die Teilnehmer*innen der Konferenz auf, den Organisationen zu helfen, mit Gruppen und Akteur*innen vor Ort in Austausch zu treten, um zu gewährleisten, dass humanitäre Hilfe die Bedürftigen erreichen kann. Die Konferenz wird von Dänemark, Deutschland, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen ausgerichtet.

Als Reaktion auf die sich verschärfende Krise und die wachsenden Bedarfe hat WFP seine lebensrettenden Hilfsprogramme in der Region ausgebaut und allein im August 3,4 Millionen Menschen unterstützt.

WFP hat die Hilfe ausgeweitet, um den wachsenden Bedarfen in Burkina Faso gerecht zu werden – wobei die künftige Finanzierung besorgniserregend ist. Bereits im Juni 2020 musste WFP Rationen kürzen und ab November steht die komplette Unterbrechung der Nothilfe für Vertriebene bevor, die von ihren Bauernhöfen und Arbeitsplätzen geflohen sind und sich nicht anders ernähren können. Um die Hilfe in den drei Ländern des zentralen Sahel aufrechtzuerhalten, benötigt WFP in den nächsten sechs Monaten 135,7 Millionen US-Dollar.

Gleichzeitig unterstützt WFP gefährdete Gemeinschaften dabei, ihre Widerstandsfähigkeit auszubauen. Im Rahmen der WFP-Hilfe wird auch nachhaltige Infrastruktur in den Gemeinschaften wiederaufgebaut, zerstörte Böden wieder fruchtbar gemacht, Schulmahlzeiten verteilt und durch andere Ernährungshilfe Mangelernährung vorgebeugt und behandelt. Seit 2018 haben mehr als eine Million Menschen in Niger, Mali und Burkina Faso von den integrierten WFP-Resilienzprogrammen profitiert.

 

Videomaterial in Sendequalität finden Sie hier: 

Shotlist: https://spaces.hightail.com/receive/cNfMpNV7Mq

Streaming: https://content.jwplatform.com/videos/OuJBjvWn-wOVdt6af.mp4

 

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Das UN World Food Programme (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

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Topics
Burkina Faso Mali Niger
Kontakt
Bettina Luescher

WFP-Chefsprecherin Berlin

Tel. +49 30 20 614929

Mob. +49 160 99261730