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Deutschland auch 2018 zweitgrößter WFP-Geber

Nach in Rekord-Unterstützung in den Vorjahren bleibt die Bundesregierung 2018 einer der wichtigsten Partner des UN World Food Programm (WFP).
, WFP Deutsch

Das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben WFP 2018 insgesamt rund 740 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit ist die Bundesregierung nach den Vereinigten Staaten von Amerika der zweitgrößte WFP-Regierungsgeber und ein entscheidender Partner, um weltweit Leben zu retten und die Ursachen von Hunger an der Wurzel zu bekämpfen. Gemeinsam mit dem Schauspieler Daniel Brühl machte WFP nun mit einer Plakatkampagne in Berlin auf die deutsche Unterstützung aufmerksam.


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WFP-Billboard-Kampagne in Berlin: "Es geht nicht um mich. Es geht um die 821 Millionen Menschen, die weltweit hungern. Und um Dich: Mit deutscher Hilfe ernährt WFP Millionen Familien. Danke." Foto: WFP/Katharina Dirr


Schnelle Hilfe für internationale Krisenherde


Syrien, Jemen, Südsudan, Nigeria, Bangladesch — die Liste der Länder, die im vergangenen Jahr von humanitären Krisen erschüttert wurden, ist lang. Mit Unterstützung des AA konnte WFP in 34 Ländern lebensrettende Not- und Ernährungshilfe leisten.


Etwa in Syrien: 6,5 Millionen Menschen wissen dort nicht, woher ihre nächste Mahlzeit kommt. Dank großzügiger AA-Hilfe konnte WFP im vergangenen Jahr monatlich fast 3,5 Millionen Menschen in Syrien und weitere 3 Millionen syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern unterstützen.


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Auf gute Partnerschaft: Bundesaußenminister Heiko Maas und Mageed Yahia, WFP-Landesdirektor Jordanien, bei einem Besuch im Flüchtlingscamp Azraq nahe der syrischen Grenze. Foto: WFP/Mohammad Batah


Ein anderer Schwerpunkt: Jemen. Der Konflikt hat das Land in die schlimmste humanitäre Krise weltweit getrieben. Die deutsche Hilfe war 2018 entscheidend, um im Jemen eine Hungersnot abzuwenden und die Ernährungshilfe auf 10 Millionen Menschen auszuweiten. Das AA stellte dabei auch wichtige Gelder für Logistik zur Verfügung— etwa den WFP-geführten Flugdienst United Nations Humanitarian Air Service (UNHAS), den sämtliche humanitäre Organisationen vor Ort nutzen können, um die Bedürftigsten zu erreichen.


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Was zählt, ist Überleben. Afrah Ali gehört zu den 22 Millionen Menschen im Jemen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. WFP unterstützt sie und ihre Familie mit monatlichen Notrationen. "Wir warten jeden Monat auf das Essen von WFP. Ich weiss nicht, wie wir ohne die Hilfe überleben würden", sagt die Mutter. Foto: WFP/ Marco Frattini


Ein weiteres Beispiel: Der sogenannte Immediate Response Account (IRA) — ein WFP-interner Finanzierungsmechanismus, der es erlaubt, direkt nach dem Ausbruch einer Krise Nothilfe zu starten, noch bevor Geber erste Mittel zur Soforthilfe bereitstellen. Seit Jahren ist das AA ein zuverlässiger Unterstützer des IRA. So auch 2018, als IRA-Mittel entscheidend waren, um beispielsweise die Ernährungshilfe für rund 900.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch aufrechtzuerhalten oder eine dramatische Hungerkrise in der Konflikt-Region Kasai, Demokratische Republik Kongo, zu verhindern.


Langfristig Ursachen von Hunger an der Wurzel bekämpfen


2018 konnte WFP dank BMZ-Hilfe weltweit Mangelernährung bei Kleinkindern sowie stillenden und schwangeren Frauen bekämpfen und vorbeugen — beispielsweise in Somalia, Nigeria, im Jemen oder im Südsudan. BMZ-geförderte Schulmahlzeiten ermöglichten etwa in Syrien Kindern aus den bedürftigsten Familien einen Schulbesuch und einen vollen Magen, um sich auf den Unterricht zu konzentrieren.


Während (und nach) Krisen oder Naturkatastrophen leistete das BMZ wichtige Hilfe, um Menschen besser gegen Schocks zu wappnen und ihre Lebensgrundlagen auszubauen. Im Irak zum Beispiel unterstützte WFP mit deutschen Mitteln junge Flüchtlinge über ein sogenanntes "Tech for Food"- Programm, ihre digitalen Kenntnisse auszubauen. Die neuen Fähigkeiten geben ihnen eine nachhaltigere Möglichkeit, Geld im IT-Sektor zu verdienen, ohne von lokalen Märkten abhängig zu sein.


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Mit Hydrokulturen gegen Hunger? Bernhard Kowatsch (rechts), Leiter des WFP Innovation Accelerator, und Nina Schröder (links) aus seinem Team erklären Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Model Toni Garrn auf der Grünen Woche die Technologie. Der Vorteil? Hydrokulturen wachsen komplett ohne Erde. Foto: GIZ/Thomas Ilo


Mal was Neues: Deutschland und Innovationen für #Zerohunger


"Tech for Food" ist eines der Projekte des WFP Innovation Accelerators. Finanziert vom BMZ, AA und dem Bayrischen Landesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die Denkfabrik in München zum Ziel, vielversprechende Ideen und Lösungswege für eine Welt ohne Hunger weiterzuentwickeln und auszubauen. Seit der Gründung im August 2015 hat der Accelerator mehr als 30 Projekte unterstützt. Dazu zählen Hydrokulturen. Die Technologie hilft, Nahrungsmittel dort anzubauen, wo sonst nichts wächst. Nach einer Startphase wurde das Projekt 2018 ausgeweitet und besteht inzwischen in 8 Ländern.


Deutschland ist nicht nur der zweitgrößte Regierungsgeber von WFP, sondern auch in Sachen Klimafinanzierung ein Vorreiter. Mit Mut zur Innovation finanzierte Deutschland drei neue Klimainitiativen von WFP und seinen Partnern:


  1. Forecast-based financing: Der Finanzierung von Hilfsmaßnahmen auf Basis von Prognosen. Dadurch kann WFP agieren statt reagieren und schon das Risiko managen, statt erst nach einer Katastrophe Nothilfe leisten.
  2. ARC Replika: Statt einzelner Menschen, die sich selbst versichern, können Staaten und jetzt auch humanitäre Organisationen wie WFP Bedürftige gegen Klimarisiken — etwa Dürrekatastrophen — versichern. Genau das ist die Idee von ARC Replica.
  3. R4 Rural Resilience Initiative: Die R4 Rural Resilience Initiative — kurz R4 — zäumt das Pferd gewissermaßen von hinten auf und bietet Kleinbauern direkt eine Versicherung gegen Klimarisiken an. Im Gegensatz zur Makroversicherung ARC Replica ist R4 also eine sogenannte Mikroversicherung. Durch die neue Idee können auch arme Kleinbauern, die sich die Versicherung nicht leisten können, durch ihre Arbeitskraft eine Police erwerben und der Armut entkommen.