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Äthiopien: WFP beendet erste Nahrungsmittelverteilung in Regionen Afar und Amhara, Hilfe verzögert sich in Tigray

Foto: WFP/ Claire Nevill, WFP Nahrungsmittelverteilung im Norden von Äthiopien
Foto: WFP/ Claire Nevill, WFP Nahrungsmittelverteilung im Norden von Äthiopien
ADDIS ABEBA – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat die erste Runde der Verteilung von Nahrungsmitteln an die Menschen abgeschlossen, die von der Ausbreitung des Konflikts in den Regionen Afar und Amhara betroffen sind. Aufgrund verschiedener Hindernisse für den Transport der humanitären Hilfe ist die Verteilung in der Region Tigray jedoch noch nicht abgeschlossen.

Seit dem 15. August hat WFP fast 300.000 Menschen in Amhara und Afar mit Nahrungsmitteln erreicht. Die zweite Runde der Nahrungsmittelverteilung in Tigray läuft seit dem 27. Mai, und mehr als 2,4 Millionen Menschen wurden im Nordwesten und in Teilen des südlichen Tigray mit Ernährungshilfe unterstützt.

"Einzelne Berichte aus allen drei Regionen deuten darauf hin, dass der Hunger zunimmt, da Familien aus ihren Häusern fliehen und ihre Lebensgrundlagen zerstört werden", sagte Michael Dunford, WFP-Regionaldirektor in Ostafrika. 

"Die im Juni veröffentlichte IPC-Klassifizierung fürTigray schätzte, dass mittlerweile bis zu 400.000 Menschen von einer Hungersnot bedroht sind. Während unsere  Teams darum kämpfen, genügend Ernährungshilfe in die Region zu bringen, wird die Lage immer schlimmer. In Afar und Amhara haben wir erlebt, wie Hunderttausende von Menschen aus ihren Häusern vertrieben und ihre Lebensgrundlage zerstört wurde. Wir brauchen unbedingt die uneingeschränkte Zusammenarbeit und Unterstützung aller Konfliktparteien, damit wir alle betroffenen Bevölkerungsgruppen mit der dringend benötigten Ernährungshilfe erreichen können, bevor es in ganz Nordäthiopien zu einer humanitären Katastrophe kommt."

 

WFP-Hilfen in Nordäthiopien:

  • Weitere 1,7 Millionen Menschen leiden in den Regionen Afar und Amhara unter akutem Hunger. Nach Schätzungen der Regierung sind dort über 840.000 Menschen (700.000 in Amhara und 140.000 in Afar) aufgrund des aktuellen Konflikts vertrieben worden.
  • In Amhara wurde die erste Verteilungsrunde abgeschlossen, in der mehr als 210.000 Menschen mit Hülsenfrüchten, Getreide und Pflanzenöl versorgt wurden. Darunter sind Familien, die aufgrund des Konflikts vertrieben, oder deren Häuser und Lebensgrundlagen zerstört wurden.
  • WFP konnte außerdem im Auftrag von Partnern mehr als 2.200 Tonnen Ernährungshilfe in die Zonen Wag Hamra und North Wollo in Amhara transportieren. Lieferungen an Gemeinden jenseits der Konfliktlinien waren jedoch bisher nicht möglich, wodurch sich die Ernährungssicherheit der Familien in diesen Gebieten weiter zu verschlechtern droht.
  • In Afar steht WFP kurz vor dem Abschluss der ersten Verteilungsrunde und erreicht damit zunächst 80.000 Menschen, die von dem Konflikt betroffen sind. Diese Zahl könnte sich in der nächsten Runde auf mehr als 500.000 Menschen erhöhen, sofern die Regierung einen offiziellen Antrag stellt.
  • Bis zum 24. September hat WFP mehr als 2,4 Millionen Menschen in den östlichen, südlichen und nordwestlichen Gebieten von Tigray mit Ernährungsnothilfe versorgt. In der dritten Verteilungsrunde wird WFP fast 2,7 Millionen Menschen erreichen, nachdem es die Bezirke Shire Town und Tahtay Koraro in der nordwestlichen Zone von seinen nichtstaatlichen Ernährungspartnern übernommen hat.
  • Im September hat WFP bisher etwa 200.000 Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen in 39 der 71 Distrikten (Woredas) in Tigray mit Ernährungshilfe unterstützt.
  • In der Stadt Shire in der Region Tigray konnten die Teams bei der Verteilung von Nahrungsmitteln nur 2 kg Hülsenfrüchte pro Person bereitstellen, da Getreide und Öl nicht zur Verfügung standen. Außerdem hat die dritte Verteilungsrunde, die Anfang Juli beginnen sollte, noch nicht begonnen, da es in Tigray an Nahrungsmitteln mangelt. 
  • In den letzten Wochen gab es einige positive Nachrichten über den Transport von humanitärer Hilfe nach Tigray. Zwischen dem 5. und dem 29. September erreichten fünf Konvois - 171 Lastwagen - Tigray und brachten insgesamt 6.150 Tonnen Nahrungsmittel- und Ernährungslieferungen. Diese Menge reicht aus, um mehr als 360.000 Menschen einen Monat lang zu ernähren. Trotz dieser jüngsten Konvois sind erst 11% der benötigten humanitären Hilfe in der Region angekommen. Darüber hinaus haben seit dem 30. September mehr als 90 kommerzielle Lastwagen die Region Tigray verlassen und stehen nun für den Transport humanitärer Hilfe in die Region zur Verfügung.
  • Die Treibstoffvorräte in Tigray gehen zur Neige. Treibstoff ist lebenswichtig, um die Hilfen aufrechtzuerhalten und den Transport der humanitären Hilfe in die Region und darüber hinaus zu erleichtern. Wir benötigen jede Woche 200.000 Liter Treibstoff für Tigray, damit die Hilfen weitergehen können.
  • In ganz Äthiopien will WFP in diesem Jahr 11,9 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln, Nährstoffen und Bargeld unterstützen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Eigenständigkeit und Ernährungssicherheit der Gemeinschaften durchführen. 
  • WFP benötigt 184 Millionen US-Dollar, um seine Hilfen im Norden Äthiopiens bis zum Jahresende weiter auszubauen und Leben und Lebensgrundlagen zu retten. Für alle Hilfen im Rahmen des länderspezifischen Strategieplans fehlen WFP Mittel in Höhe von 426 Millionen US-Dollar. Zusätzliche Finanzierung ist unerlässlich, damit WFP weiterhin Leben in Äthiopien retten und verbessern kann.

 

Videomaterial der Hilfen in Amhara hier 

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

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Äthiopien Logistik und Liefernetzwerke Gesicherte Ernährung Konflikte

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