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Finanzierungslücke behindert lebensrettende Hilfe von WFP angesichts des zunehmenden Hungers in Myanmar

Eine Mutter füttert ihr Kind
"Wir Eltern können ohne Essen leben, aber Kinder nicht", sagt Ma Moe aus Yangon. Foto: WFP/PhotoLibrary
YANGON – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat heute davor gewarnt, dass seine lebensrettende Hilfe in Myanmar durch ein erhebliches Finanzierungsdefizit behindert wird. Mehr als 70 Prozent des Finanzierungsbedarfs für die kommenden sechs Monate sind nicht gedeckt.

Eine massive Welle von COVID-19-Infektionen, die derzeit im ganzen Land grassiert, verschärft den Hunger, da Familien mit Arbeitslosigkeit, steigenden Nahrungsmittel- und Kraftstoffpreisen, politischen Unruhen, Gewalt und Vertreibung zu kämpfen haben.

Im April schätzte WFP, dass sich die Zahl der Hungernden in den nächsten sechs Monaten auf 6,3 Millionen mehr als verdoppeln könnte, während es vor Februar noch 2,8 Millionen waren. Nachfolgende Analysen von WFP haben gezeigt, dass seit Februar immer mehr Familien an den Rand des Existenzminimums gedrängt werden und darum kämpfen müssen, auch nur das Nötigste auf den Tisch zu bringen.

„Wir haben festgestellt, dass sich der Hunger in Myanmar immer weiter ausbreitet. Fast 90 Prozent der Haushalte in den slumähnlichen Siedlungen rund um Yangon geben an, dass sie sich Geld leihen müssen, um Nahrungsmittel zu kaufen. Gleichzeitig sind die Einkommen vieler Menschen stark beeinträchtigt“, sagte Stephen Anderson, WFP-Landesdirektor für Myanmar.

Im Mai startete WFP in Yangon und Mandalay, den beiden größten Städten Myanmars, neue Maßnahmen zur Ernährungshilfe für zwei Millionen Menschen – die meisten von ihnen sind Mütter, Kinder, Menschen mit Behinderungen und Ältere. Bislang wurden 650.000 Menschen in den Städten unterstützt.

Mehr als 220.000 Menschen sind seit Februar vor der Gewalt geflohen und benötigen dringend humanitäre Hilfe. WFP hat 17.500 neu vertriebene Menschen unterstützt und arbeitet daran, im August weitere Menschen mit Hilfe zu erreichen. Insgesamt erhielten 2021 bisher 1,25 Millionen Menschen in Myanmar in städtischen und ländlichen Gebieten Nahrungsmittel-, Bargeld- und Ernährungshilfe durch WFP.

„Die Menschen in Myanmar erleben die schwierigste Zeit seit Langem. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir Zugang zu allen Menschen in Not haben und die Mittel erhalten, um sie mit humanitärer Hilfe zu versorgen“, erklärte Anderson.

Da jedoch in den nächsten sechs Monaten weitere 86 Millionen US-Dollar benötigt werden, ist es ungewiss, wie lang die Hilfe fortgeführt werden kann.
 
„Jetzt brauchen die Menschen in Myanmar mehr denn je unsere Unterstützung. Wir sind sehr dankbar für den Rückhalt der internationalen Gemeinschaft – die Menschen in Myanmar werden Ihre Großzügigkeit und Solidarität nie vergessen“, sagte Anderson.

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

Themen

Myanmar Konflikte Krisen Finanzierung

Kontakt

Martin Rentsch

Pressesprecher

Tel. +49 30 20 614929