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Als Folge des Konflikts im Norden Äthiopiens sind Millionen Menschen zusätzlich auf Ernährungshilfe angewiesen

Ernährungshilfe in Nordäthiopien
Ernährungshilfe in Nordäthiopien
ADDIS ABEBA – Die Zahl der Menschen, die im Norden Äthiopiens humanitäre Ernährungshilfe benötigt, ist auf geschätzte 9,4 Millionen gestiegen – eine direkte Folge des anhaltenden Konflikts, sagte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) heute.

In der Region Amhara – wo die Frontlinien des Konflikts in Äthiopien verlaufen - ist die Zahl der Menschen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen, mit 3,7 Millionen am stärksten angestiegen. Von den hilfsbedürftigen Menschen in Nordäthiopien befinden sich mehr als 80 Prozent (7,8 Millionen) hinter den Frontlinien. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Ernährungshilfe Familien in Not auch über Kampflinien hinweg erreichen kann.

 

  • In dieser Woche hat WFP im Rahmen der Gemeinsamen Nothilfe (JEOP) Nahrungsmittel an über 10.000 Menschen in den Amhara-Städten Dessie und Kombolcha verteilt. Dies sind die ersten Verteilungen in diesen Städten, seit sie vor fast einem Monat von den Kräften in Tigray übernommen wurden. WFP hat erst letzte Woche vollen Zugang zu seinen Lagerhäusern in der Region erhalten.  
  • Die Ernährungssituation in Nordäthiopien verschlechtert sich zusehends: Daten aus allen drei Regionen zeigen Mangelernährungsraten bei Kindern zwischen 16 Prozent und 28 Prozent. Noch alarmierender ist, dass bis zu 50 Prozent der schwangeren und stillenden Frauen, die in Amhara und Tigray untersucht wurden, ebenfalls mangelernährt waren.
  • Bis heute hat WFP mehr als 3,2 Millionen Menschen in Nordäthiopien mit Nahrungsmittel- und Ernährungsnothilfe unterstützt, darunter 875.000 gefährdete Mütter und Kinder in Tigray und Amhara mit angereicherter Spezialnahrung.
  • Der humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen (UNHAS) nahm am Mittwoch seine Flüge nach Tigray wieder auf und brachte die ersten humanitären Helfer*innen seit einem sicherheitsrelevanten Vorfall am 22. Oktober in die- und aus der Region.
  • WFP benötigt eine Million Liter Treibstoff, um die 7,8 Millionen Menschen zu erreichen, die sich derzeit hinter den Kampflinien befinden und dringend auf Ernährungshilfe angewiesen sind. Die Behörden von Tigray haben dem WFP in Kombolcha Treibstoff zur Verfügung gestellt –  eine erste Lieferung von 45.000 Litern ist bereits auf dem Weg, um die Aufstockung der Nahrungsmittelhilfe in Tigray zu unterstützen.
  • Ein Konvoi mit 2.200 Tonnen lebensrettender Nahrungsmittel wird in den kommenden Tagen in Mekelle erwartet; bisher sind 35 Lastwagen eingetroffen. Darüber hinaus werden heute Lastwagen mit Nahrungsmitteln aus Kombolcha in das südlichen Tigray geschickt.
  • Die Korridore nach Tigray waren aufgrund der jüngsten Offensiven tigrayischer Kräfte auf Afar und Amhara sowie aufgrund erheblicher Verzögerungen bei den Genehmigungen durch die Regierung geschlossen worden. Seit Mitte Juli ist weniger als ein Drittel der Lieferungen, die zur Deckung des geschätzten humanitären Nahrungsmittelbedarfs erforderlich sind, in die Region gelangt.
  • In Tigray hat WFP in der aktuellen Runde der Nahrungsmittelhilfe 180.000 Menschen erreicht - nur 7 Prozent der 2,5 Millionen Menschen, die WFP erreichen muss.
  • In Amhara hat WFP mehr als 220.000 Menschen mit Nahrungsmitteln und Nährstoffen versorgt und will seine Hilfe auf 650.000 Menschen ausweiten.
  • In Afar hat WFP 124.000 von den angestrebten 534.000 Menschen mit Nahrungsmitteln unterstützt.
  • Für die Hilfe in Nordäthiopien benötigt WFP dringend 316 Millionen US-Dollar, um in den nächsten sechs Monaten Hilfe leisten zu können. Im gesamten Land hat WFP eine noch nie dagewesene Finanzierungslücke von 579 Millionen US-Dollar, um das Leben von 12 Millionen Menschen in den nächsten sechs Monaten zu retten und zu verbessern.
  • Die Finanzierungslücke hat bereits zu Rationskürzungen für rund 710 000 Flüchtlinge und 2,4 Millionen Menschen in der Region Somali geführt, die von Hunger betroffen sind.

Bildmaterial finden Sie hier.

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

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Themen

Äthiopien Gesicherte Ernährung Konflikte

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Martin Rentsch

Pressesprecher

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