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WFP weitet Nothilfe aus, da 7 Millionen Menschen im Norden Äthiopiens von Hungerkrise betroffen sind

Foto: WFP/ Claire Nevill, Verteilung von Nahrungsmitteln in der Region Afar.
Foto: WFP/ Claire Nevill, Verteilung von Nahrungsmitteln in der Region Afar.
ADDIS ABEBA - Der Konflikt in Nordäthiopien hat 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen und 1,7 Millionen Menschen in den Provinzen Afar und Amhara in eine Hungerkrise gestürzt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) steht vor einem nie dagewesenen Finanzierungsengpass in Höhe von 426 Millionen US-Dollar für seine Hilfe in Äthiopien und ruft dazu auf, Mittel bereitzustellen, um in diesem Jahr den Bedarf von bis zu 12 Millionen Menschen zu decken.

In diesem Monat begann WFP Ernährungsnothilfe in Gemeinden der an das Konfliktgebiet Tigray angrenzenden Regionen bereitzustellen. In Abstimmung mit den äthiopischen Bundes- und Regionalbehörden plant WFP, unmittelbar 530.000 Menschen in Afar und 250.000 Menschen in Amhara zu erreichen. Diese Hilfe wird wegen der Not und bei finanziellen Zusagen noch ausgeweitet werden.

In Tigray verschlechtert sich die Ernährungssicherheit weiter, während WFP und seine Partner darum kämpfen, den dringenden Nahrungsmittelbedarf von 5,2 Millionen Menschen in der Region zu decken. Die Nahrungsmittelvorräte von WFP und seinen Partnern waren fast vollständig aufgebraucht, bis gestern der erste Konvoi seit über zwei Wochen in der Region eintraf. Der vom WFP geleitete Konvoi mit über 100 Lastwagen transportierte 3.500 Tonnen Nahrung und andere lebensrettende Güter, darunter Treibstoff, Gesundheitsartikel sowie Material für Unterkünfte.

„WFP begrüßt die Zusammenarbeit mit den Bundes- und Kommunalbehörden in Afar, die dafür gesorgt haben, dass unser Konvoi schließlich sicher in Tigray ankam“, sagte Michael Dunford, WFP-Regionaldirektor für Ostafrika. „Aber es ist noch viel mehr nötig, und diese Dynamik muss aufrechterhalten werden, sonst können wir nicht darauf hoffen, genügend Nahrungsmittel zu liefern, um Millionen Menschen davor zu bewahren, noch tiefer in den Hunger abzurutschen.“

Die WFP-Teams vor Ort können nun mit der nächsten Runde von Nahrungsmittelverteilungen in Tigray beginnen. WFP wird bis zu drei Millionen Menschen in der Region erreichen, das sind 900.000 mehr, seit es die Hilfsmaßnahmen in zwei Bezirken der nordwestlichen Zone –  Shire Town und Tahtay Koraro – von NGO-Partnern übernommen hat.

„Die Zeit läuft für Millionen von Menschen in Nordäthiopien ab, und wenn wir nicht sofort zusätzliche Mittel erhalten, werden wir gezwungen sein, die Rationen zu kürzen oder, schlimmer noch, die Verteilung an etwa vier Millionen Menschen einstellen, die wir in den kommenden Monaten in Afar, Amhara und Tigray zu erreichen versuchen“, fügte Dunford hinzu.

Abgesehen von den eskalierenden Kämpfen im Norden des Landes ist die Ernährungssicherheit für Millionen von Menschen in ganz Äthiopien durch eine noch nie dagewesene Finanzierungslücke für die WFP-Hilfen im Land gefährdet. In ganz Äthiopien sind schätzungsweise mehr als 13,6 Millionen Menschen von Hunger betroffen. Grund sind die anhaltenden Auswirkungen von Dürre, Überschwemmungen, Heuschreckenplagen, nicht funktionierender Märkte und hohen Nahrungsmittelpreisen sowie der COVID-19-Pandemie. Diese Faktoren werden durch den jüngsten Konflikt im Norden des Landes noch verschärft.

WFP benötigt zusätzliche 426 Millionen US-Dollar, um die Ernährungsnothilfe in den nächsten sechs Monaten auszuweiten und langfristige Lösungen für die Ernährungssicherheit der Menschen in der alljährlichen „Hungersaison“ - der Zeit zwischen den Ernten, in der Nahrungsmittel knapp werden -  bereitzustellen.

 

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist Träger des Friedensnobelpreises 2020. Wir sind die größte humanitäre Organisation der Welt, retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

 

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Themen

Äthiopien Gesicherte Ernährung Konflikte Geflüchtete und Migration

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