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WFP warnt vor katastrophalen Engpässen in Somalia – Millionen Menschen droht tiefere Hungerkrise

WFP/CRC/Mohamed Abdirisak Ali. Die Dürren in Somalia setzen Familien und Gemeinden zunehmend unter Druck. Das WFP unterstützt weiterhin die am stärksten betroffenen Gebiete, doch ohne dringende Finanzierung ist diese Lebensader gefährdet.
Mogadischu, Somalia – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) schlägt Alarm: Die lebensrettende Nahrungsmittel- und Ernährungshilfe in Somalia steht kurz davor, zum Stillstand zu kommen, wenn nicht sofort neue Finanzierungszusagen eingehen. Ohne eine rasche Aufstockung der Mittel werden die Ressourcen von WFP innerhalb weniger Wochen erschöpft sein.

Die Warnung erfolgt nach der Ausrufung eines nationalen Dürre-Notstands, ausgelöst durch schwere Wasserknappheit, Ernte- und Nutztierverluste sowie großflächige Vertreibungen – Bedingungen, die an die Krise von 2022 erinnern, als eine Hungersnot nur dank massiver internationaler Unterstützung abgewendet werden konnte.

Somalia erlebt derzeit eine der komplexesten Hungersituationen der vergangenen Jahre. Gründe dafür sind zwei aufeinanderfolgende ausgefallene Regenzeiten, anhaltende Konflikte und ein drastischer Rückgang humanitärer Finanzierung. Ein Viertel der Bevölkerung – 4,4 Millionen Menschen – befindet sich in einer akuten Ernährungskrise oder einer noch schwereren Lage (IPC 3+). Darunter sind fast eine Million Frauen, Männer und Kinder, die bereits unter extremem Hunger leiden.

„Die Situation verschlechtert sich in alarmierendem Tempo. Familien haben alles verloren, viele stehen bereits am Abgrund. Ohne sofortige Notfallernährungshilfe wird sich die Lage sehr schnell dramatisch zuspitzen“, sagte Ross Smith, WFP-Direktor für Notfallvorsorge und ‑reaktion. „Wir stehen an einem entscheidenden Punkt. Wenn wir jetzt nicht handeln, können wir die Verletzlichsten – überwiegend Frauen und Kinder – nicht mehr rechtzeitig erreichen.“

WFP ist die größte humanitäre Organisation in Somalia und arbeitet mit Partnern zusammen, um den Großteil der Nahrungsmittelhilfe im Land bereitzustellen. 2022 brachte die längste jemals verzeichnete Dürre Somalia an den Rand einer Hungersnot. Dank entscheidender Unterstützung von Geberländern, Partnern und der Regierung konnte WFP damals seine Hilfsleistungen massiv ausweiten und Millionen Menschen erreichen – ein entscheidender Beitrag, um eine Hungersnot zu verhindern. Auch heute verfügt WFP über Teams und Kapazitäten vor Ort, um extreme Hungerkrisen abzuwehren.

Doch aktuell steht WFP vor einer massiven Finanzierungslücke. Bereits jetzt musste die Organisation die Zahl der Menschen, die Notnahrungsmittel erhalten, von 2,2 Millionen Anfang 2025 auf etwas über 600.000 reduzieren. Das bedeutet: Nur noch einer von sieben Bedürftigen bekommt dringend benötigte Unterstützung. Auch Ernährungsprogramme für besonders gefährdete Gruppen wurden stark gekürzt – von fast 400.000 schwangeren und stillenden Frauen sowie Kleinkindern, die noch im im Oktober 2025 erreicht wurden, auf nur noch 90.000 im Dezember. Ohne sofortige Mittel wird WFP gezwungen sein, bis April alle humanitären Hilfsmaßnahmen einzustellen.

„2022 haben wir gezeigt, dass wir mit ausreichenden Ressourcen schnell im großen Umfang helfen können – genau im Moment, in dem Menschen uns am dringendsten brauchen“, sagte Smith. „Heute stehen wir erneut an diesem kritischen Punkt. Wenn unsere bereits reduzierten Hilfen enden, wären die humanitären, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Folgen verheerend – und sie würden weit über Somalia hinausreichen. WFP und seine Partner stehen bereit, aber wir brauchen dringend Unterstützung, um eine vermeidbare Katastrophe abzuwenden.“

WFP benötigt dringend 95 Millionen US‑Dollar, um die am stärksten von Hunger betroffenen Menschen in Somalia zwischen März und August 2026 weiter versorgen zu können. Ohne unmittelbare Finanzierung wird WFP ab April gezwungen sein, alle humanitären Hilfsprogramme zu stoppen. 

Hinweise für Redaktionen:

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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