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Deutschland unterstützt ukrainische Getreidespende für Hungernde in Äthiopien

Das Frachtschiff "Nord Vind" im Hafen von Odessa. © Armed Forces of Ukraine
Das Frachtschiff „Nord Vind“ ist mit 25.000 Tonnen von der Ukraine gespendetem Weizen auf dem Weg durch den Schwarzmeer-Getreidekorridor. Mit rund 14 Millionen Euro trägt Deutschland dabei die gesamten operativen Kosten.

BERLIN – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) begrüßt die Absprache der Ukraine und Deutschlands über den Transport von 25.000 Tonnen Weizen aus ukrainischen Speichern nach Äthiopien. Dort wird das Getreide durch WFP an Hungernde im ganzen Land verteilt. Das Auswärtige Amt ermöglicht die ukrainische Getreidespende durch die Übernahme der Kosten für Transport, Umsetzung und Verteilung in Höhe von etwa 14 Millionen Euro.

„Diese schnelle und unkomplizierte Absprache zwischen der Ukraine und Deutschlands, ermöglicht uns Menschen zu helfen, die wegen Klimakrise und Konflikten Hunger leiden müssen“, sagte Dr. Martin Frick, Direktor von WFP in Deutschland. Mit dem gespendeten Weizen kann WFP 1,6 Millionen Menschen in Äthiopien einen Monat lang ernähren. „Wir müssen in der aktuellen Krise Menschen das Überleben sichern und gleichzeitig Betroffene gegen zukünftige Krisen wappnen. Dieser Spagat kann nur gelingen, wenn Staaten und Helfer an einem Strang ziehen. Dafür ist dieses Arrangement ein inspirierendes Beispiel“, so Frick weiter. Das von Deutschland zur Verfügung gestellte Geld deckt sowohl die entstehende Logistik, um das Getreide von der Ukraine über Dschibuti nach Äthiopien zu bringen, als auch die Kosten, um den Weizen anschließend im ganzen Land an Hungernde zu verteilen.

Die „Nord Vind“, ein Frachtschiff unter der Flagge von Barbados, hat gestern den Hafen von Odessa verlassen und wird durch das Schwarze Meer durch den sogenannten Getreidekorridor mit dem Ziel Istanbul durchqueren. In der Türkei wird die Ladung im Einklang mit dem Abkommen zwischen der Ukraine, Russland, der Türkei und den Vereinten Nationen inspiziert, bevor das Schiff Richtung Dschibuti ausläuft, wo das Getreide umgeladen und auf dem Landweg weitertransportiert wird.

„Das Getreideabkommen kann Leben retten und trägt dazu bei, die Ernährungskrise abzumildern. Allein WFP hat über den Schwarzmeer-Korridor fast 300.000 Tonnen Getreide für hungerleidende Menschen verschifft. Das Abkommen muss dringend weitergeführt werden“, forderte Frick angesichts des nahenden Enddatums der Schwarzmeer-Getreideinitiative, die am 22. Juli 2022 aufgesetzt wurde und am 19. November ausläuft.

Äthiopien ist eins der vielen Epizentren der sich zuspitzenden Hungerkrise. Infolge wiederaufflammender Kämpfe leiden in der Region Tigray 5,4 Millionen Menschen Hunger. Das sind 90 Prozent der lokalen Bevölkerung. Im Süden des Landes haben vier ausbleibende Regenzeiten in Folge Vieh und Ernten vernichtet und fast 10 Millionen Menschen in den Hunger getrieben. Im ganzen Land sind 20,4 Millionen Menschen auf Ernährungshilfe angewiesen.

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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Ukraine Äthiopien Deutschland Ernährung Konflikte

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