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Innovationen bringen Ernährungssicherheit auf die strategische Agenda der Münchner Sicherheitskonferenz

München, 11. Februar 2026 – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) rückt in dieser Woche innovative Lösungen in den Fokus, die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit angesichts zunehmender globaler Ernährungsunsicherheit grundlegend verändern. Am 12. Februar 2026 bringt das WFP‑Innovationsforum 2026 „Innovating for Impact“ als offizielles Side‑Event der Münchner Sicherheitskonferenz führende Vertreter*innen aus Regierungen, Privatwirtschaft, Philanthropie, Wissenschaft und dem Innovationssektor zusammen und stellt acht wegweisende Innovationen vor, die neue Partnerschaften und Investitionen mobilisieren und ihre Wirkung weiter beschleunigen sollen.

Weltweit sind 318 Millionen Menschen von akutem Hunger betroffen. Das vom WFP Innovation Accelerator veranstaltete Innovationsforum zeigt, wie entscheidend Innovationen dazu beitragen, Ernährungssysteme zu stärken, Notfallmaßnahmen zu unterstützen und die Effizienz humanitärer Einsätze zu steigern. Seit der Gründung im Jahr 2015 hat der Innovation Accelerator über 500 Startups und Innovationsteams in mehr als 90 Ländern und Territorien unterstützt, die über 382 Millionen US‑Dollar an Investitionen mobilisiert haben und dazu beitragen, dass innovative Lösungen allein im Jahr 2025 mehr als 104 Millionen Menschen erreicht haben.

Die folgenden Innovationen werden vorgestellt:

  • End-to-end Supply Chain Optimization: Auf Basis neuester, integrierter Planungssysteme optimiert das WFP global Lieferketten. Ein spezieller Teil dieses Systems ist das KI‑gestützte Planungstool SCOUT. Es hilft WFP dabei, zu entscheiden, wo Lebensmittel am effizientesten eingekauft, gelagert und verteilt werden sollten. In den vergangenen zwei Jahren hat SCOUT schon über 6 Millionen US‑Dollar eingespart. Global implementiert wird das Tool jährlich mehr als 25 Millionen US‑Dollar einsparen – Einsparungen, die es WFP erlauben, mehr Hunger leidenden Menschen mit  Mahlzeiten zu versorgen.
  • People Portal: Eine digitale Platform zur Selbstregistrierung, die es  Menschen in Krisensituationen ermöglicht, sich vom Smartphone für humanitäre Hilfe anzumelden, so dass WFP mehr Menschen schneller erreichen kann – selbst in Gebieten mit keinem oder eingeschränktem physischen Zugang. In Gaza haben sich zwei Millionen Menschen über die Plattform registriert. Dadurch konnten 9,4 Millionen US‑Dollar eingespart werden und die Registrierungskosten von 12 US‑Dollar auf 0,50 US‑Dollar pro Haushalt gesenkt werden. Bei flächendeckender Einführung  kann die Lösung jährliche Einsparungen von bis zu 115 Millionen US‑Dollar erzielen. People Portal wird bereits heute in einigen der komplexesten Hilfseinsätze des WFP eingesetzt, darunter in Palästina, der Ukraine und im Sudan.
  • Conflict Forecast: Ein Tool für Frühwarnsysteme, indem es aufkommende Konfliktrisiken frühzeitig erkennt und so eine vorausschauende Planung und proaktive humanitäre Hilfe ermöglicht. Derzeit im Einsatz in Somalia, hat es das Potenzial, bis zu einer Million US‑Dollar pro Land einzusparen.
  • Jangala: Eine Open-Source-Technologie verwandelt jede Internetquelle in schnelles, skalierbares WLAN für Notlagen. Es unterstützt sowohl kleine Einsatzteams als auch groß angelegte Bereitstellungen für Communities oder Camps mit über 10.000 Menschen. Bisher wurden 64 Big Box‑Einheiten bereitgestellt, die 39 Schulen, 22 Gemeinschaftsprojekte und drei Nothilfeteams mit WLAN versorgen und rund 48.000 Menschen erreichen.
  • Anomaly Detection for Assistance Delivery: Dieses KI‑System erkennt Auffälligkeiten in den Daten von Haushalten, die Unterstützung erhalten, sowie in den digitalen Systemen, über die Hilfsleistungen organisiert werden. So können Fehler schneller behoben, Missbrauch besser verhindert und Menschen erreicht werden, die bisher zu wenig oder keine Unterstützung erhalten haben. Beim weiteren Ausbau wird das System die Betrugserkennung stärken, die Datenqualität und finanzielle Absicherung verbessern und die Transparenz und Effizienz der Hilfeleistung erhöhen.
  • Remer hat „Growth“ entwickelt – eine biologische Lösung aus Mikroorganismen, die die Bodengesundheit verbessert, die Wasseraufnahme erhöht und so Erträge steigert. Sie reduziert den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln um bis zu 70 Prozent und bleibt für Landwirt*innen erschwinglich. 2025 arbeitete Remer mit dem libanesischen Landwirtschaftsministerium zusammen, um nachhaltige Anbaumethoden landesweit zu fördern. Das Team erweitert 2026 seine Forschung und plant, „Growth Powder“ und weitere Produkte einzuführen.
  • Inclusive Risk Financing (IRF): IRF ist ein gebündeltes Finanzschutzpaket, das vulnerable Haushalte dabei unterstützt, Schocks zu bewältigen und sich schneller zu erholen. 2024 erreichte es 3,1 Millionen Menschen in 19 Ländern und stellte 250 Millionen US‑Dollar an Finanzschutz sowie 41,5 Millionen US‑Dollar an Auszahlungen bereit.
  • School Connect: School Connect ist ein digitales Echtzeit‑Monitoring‑Tool, das Transparenz stärkt und Entscheidungen in Schulernährungsprogrammen verbessert. Seit 2020 hat es Daten aus über 11.000 Schulen in 25 Ländern erfasst und mehr als 350 Millionen Mahlzeiten für 3,6 Millionen Kinder digitalisiert. Das Team plant, in den kommenden zwei Jahren Länder der School Meals Coalition zu unterstützen, mit dem Ziel, WFPs Führungsrolle in der globalen Digitalisierung bis 2030 weiter auszubauen.

    Als Träger des Friedensnobelpreises 2020 bringt das Welternährungsprogramm eine besondere Perspektive in diese Debatte ein. Es macht den engen Zusammenhang zwischen Ernährungssicherheit, Sicherheit und Frieden deutlich und zeigt, warum skalierbare, wirkungsorientierte Lösungen heute mehr denn je erforderlich sind.

Der WFP Innovation Accelerator nutzt neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain, um Akteuren in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bei Konflikten, extremen Wetterereignissen und in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität dabei zu unterstützen, effektiver zu arbeiten und breitere Wirkung zu erzielen. Die Arbeit spiegelt die wachsende Erkenntnis in der gesamten Branche wider, dass neue Technologien und Ansätze unerlässlich sind, um den steigenden globalen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Langjährige Partnerschaften mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem Auswärtigen Amt (AA) und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) sowie mit Ländern wie Luxemburg, Österreich und Frankreich und Partnern aus der Privatwirtschaft wie der BASF Stiftung, John Deere oder Google unterstützen den Accelerator bei seiner Arbeit.  

„Das Engagement langjähriger Partner hat es dem Welternährungsprogramm ermöglicht, München zu einem der weltweit führenden Zentren für globale Innovationen in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu machen“, sagte Bernhard Kowatsch, Direktor des WFP Global Accelerator und Ventures. „Die auf diesem Forum vorgestellten Innovationen zeigen, wie wichtig Zusammenarbeit  über Sektoren hinweg ist, um die komplexen Herausforderungen von Hunger und Krisenbewältigung zu meistern.“ 

Über das WFP-Innovationsforum

Das WFP‑Innovationsforum bringt Vertreter*innen aus Regierungen, dem humanitären und Entwicklungssektor, der Wissenschaft, der Privatwirtschaft und dem Stiftungswesen zusammen, um die Entwicklung und Skalierung wirkungsvoller Lösungen zu beschleunigen. Im Mittelpunkt stehen dabei Herausforderungen, die von konfliktbedingter Vertreibung über extreme Wetterereignisse bis hin zu wachsender Ernährungsunsicherheit reichen.

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Themen

Deutschland Innovationen und Technologien

Kontakt

Miranda Stobbs, WFP Innovation Accelerator - miranda.stobbs@wfp.org