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WFP verstärkt Nothilfe, während sich der Konflikt im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei zuspitzt

JUBA, Südsudan – Das UN‑Welt­ernährungs­programm (WFP) weitet seine Nothilfe aus, um die wachsende Zahl von Menschen zu erreichen, die vor der eskalierenden Gewalt im Bundesstaat Jonglei fliehen müssen. Diese lebensrettenden Nahrungsmittelverteilungen, die über Flussrouten transportiert werden, erfolgen inmitten zunehmender Unsicherheit, die humanitäre Bemühungen behindert und die Region an den Rand einer beispiellosen Hungerkrise bringt.

In dieser Woche werden neu vertriebene Familien an mehreren Orten im Bezirk Canal Pigi im Norden Jongleis registriert, um im Rahmen der Nothilfe Unterstützung zu erhalten – viele von ihnen zum ersten Mal seit Beginn des Konflikts. WFP plant, 500.000 Menschen zu erreichen, die im Bundesstaat Jonglei kurz davorstehen, katastrophale Hungersniveaus zu erreichen.

Konflikt und wachsende Unsicherheit haben große Teile der Bevölkerung vertrieben – in einem Bundesstaat, in dem bereits rund 60 Prozent der Menschen, etwa 1,2 Millionen, akut von Hunger betroffen sind. Die jüngste Eskalation der Kämpfe hat die Lage weiter verschärft: 280.000 Menschen wurden vertrieben, Märkte, landwirtschaftliche Aktivitäten und grundlegende Dienstleistungen wurden unterbrochen – viele Gemeinden haben kaum oder gar keinen Zugang zu Nahrung.

„Diese Verteilungen sind ein bedeutender Meilenstein in unseren laufenden Bemühungen, Menschen zu erreichen, die zwischen die Fronten geraten sind“, sagte Adham Effendi, amtierender Landesdirektor von WFP im Südsudan. „Die Menschen in Jonglei hatten bereits nach schweren Überschwemmungen, die ihre Häuser und Lebensgrundlagen zerstört haben, zu kämpfen – nun müssen sie erneut fliehen und ihr Leben riskieren. Dies ist ein kritischer Moment, um unsere Hilfe auszuweiten, Zugänge zu verbessern und sicherzustellen, dass humanitäre Unterstützung dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.“

Der sichere humanitäre Zugang zu gefährdeten Gemeinschaften in mehreren Landesteilen wird durch den Konflikt zunehmend erschwert. Anfang dieser Woche wurde ein privater Dienstleister, der für WFP lebenswichtige humanitäre Abwürfe koordinierte, in Nasir im Bundesstaat Upper Nile von einem unbekannten Bewaffneten getötet. Die Behörden untersuchen den Vorfall. WFP hat alle Aktivitäten im Bezirk bis auf Weiteres vorübergehend ausgesetzt. Zudem mussten Flüge zu mehreren Zielen im Norden Jongleis sowie Straßenkonvois zeitweise eingestellt werden. Der vom WFP geführte Logistik-Cluster – ein System, das Hilfsgüter für die humanitäre Gemeinschaft transportiert – konnte keine Lieferungen durchführen, was die gesamte humanitäre Reaktion beeinträchtigte.

Während die Vorbereitungen laufen, die Straßenkonvois nach Jonglei wieder aufzunehmen, werden WFP und seine Partner Flusskorridore nutzen, um sowohl neu vertriebenen Menschen als auch aufnehmenden Gemeinden Nahrungsmittelrationen und Ernährungsunterstützung bereitzustellen – insbesondere in Gebieten, in denen der Hunger in den kommenden Monaten voraussichtlich kritische Werte erreichen wird.

WFP benötigt dringend 341 Millionen US‑Dollar, um im Jahr 2026 etwa 4,2 Millionen Menschen im Südsudan unterstützen zu können.

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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Themen

Südsudan Konflikte Krisen Food assistance

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